Es ist kein allzu rühmliches Kapitel in der Geschichte Frankreichs, dass über drei Jahrzehnte Nukleartests im südlichen Pazifik durchgeführt wurden. Erst nach 1996 ist man dazu übergegangen, derartige Tests als Computersimulation durchzuführen, doch ein betroffenes Atoll wie Mururoa ist bis heute unbewohntes Sperrgebiet, was mutmaßlich als Inspiration für vorliegenden Survival-Thriller diente.
Französisch-Polynesien: Die vier erfahrenen Surferinnen um Fotografin Sarah treffen sich, um unerkundete Gebiete auszutesten. Skipper Sam gibt ihnen 48 Stunden Zeit, sich auf einer unbewohnten, jedoch gemiedenen Insel umzusehen. Und die Einheimischen warnen nicht zu Unrecht vor lebensgefährlichen Umständen…
…welche rund eine halbe Stunde auf sich warten lassen. Bis auf Sarah, die eine auffällige Narbe trägt und Hazel, die etwas über einheimische Bräuche und Riten weiß, bleiben die beiden anderen eher schwach gezeichnet, wogegen Skipper Sam zumindest eine traumatische Verknüpfung mit der vermeintlich heimgesuchten Insel verbindet.
Obgleich die Aufnahmen des Wellenreitens gut in Szene gesetzt sind, hätte man den Vorlauf problemlos kürzen und die Konzentration auf die kommende Bedrohung setzen können. Diese fällt nicht ganz so mystisch aus, wie es eine kleine Opferstätte auf der Insel suggerieren könnte, doch ab Halbzeit ist immerhin ein passables Tempo gegeben und das Spannungsmaß hält über weite Teile bei Laune. Ein paar kleine Gewalteinlagen sind ebenfalls im Spiel, doch auf explizite Details verzichtet der Stoff.
Der Hintergrund der Begebenheiten wird gegen Ende etwas verstärkt eingebunden, wobei es derart ausufernde Erläuterungen gar nicht gebraucht hätte, zumal ein Vorwort bereits deutliche Hinweise liefert. Speziell die letzten Minuten des Showdowns hätten etwas ausufernder gestaltet werden können, wogegen die letzten Einstellungen einen bewusst bitteren Beigeschmack hinterlassen und man fast so etwas wie eine Fortsetzung andeutet.
Was insgesamt punktet, ist primär die exotisch anmutende Urlaubskulisse, aber auch Teile der Bedrohung sind mit größtenteils effektivem Timing involviert. Zudem performen die Beteiligten auf zumeist überdurchschnittlichem Niveau und auch der Score unterstreicht die Atmosphäre angemessen.
Etwas mehr Blut und Nervenkitzel im Zusammenhang mit unerbittlichen Konfrontationen hätte die Angelegenheit gewiss mitreißender gestaltet, doch wer ein Faible für Überlebenskämpfe unter freiem Himmel hat, kommt zumindest in der zweiten Hälfte einigermaßen auf seine Kosten.
Knapp
6 von 10