Review

Obgleich „Pulau“ ausschließlich mit Versatzstücken arbeitet und einem selbst so ein Anhang wie „Insel der Dämonen“ sattsam bekannt erscheint, ist der eigentliche Schrecken effektiv in Szene gesetzt. Das Drumherum ist allerdings deutlich zu aufgebauscht.

Ein Inselparadies: Eine Gruppe von sieben Leuten um Kat verliert eine Wette und muss als Einsatz eine Nacht auf einer angeblich verfluchten Insel verbringen. Tatsächlich verschwindet nach kurzer Zeit eine Person und während Kat Visionen von einer rachsüchtigen Hexe ereilen, wird die Gruppe weiter dezimiert…

Malaiische Horrorfilme sind nicht gerade die Regel und mit seinen exotisch anmutenden Inselkulissen, speziell im ersten Drittel punktet sogleich der Schauplatz. Aber auch die Fluchinsel verbreitet unheilvolle Schwingungen, während die Einführung der wesentlichen Figuren in Ordnung geht, - ein paar weitgehend Namenlose als Kanonenfutter inbegriffen.

Jedoch stellen sich bereits beim Vorlauf einige Längen ein, denn bis sich auf der Insel endlich etwas in Richtung Horror bewegt, sind bereits rund 50 Minuten vergangen. Mit dem Auftauchen der Hexe gibt es einige gelungene Erschreckmomente und wenn sie rücklings einen Baum hervorschnellt oder unerwartet im Gebüsch auflauert, verfehlt dies nicht seine Wirkung.

Da Hauptfigur Kat über einen sechsten Sinn verfügt, bringen Visionen und Wachträume Licht ins Dunkel und man erfährt ein wenig vom Hintergrund der Hexe und wie sie überhaupt zu einer solchen wurde. Anbei gibt es allerdings eine anberaumte Dreiecksbeziehung mit Machtgerangel, was man sich ebenso hätte sparen können, wie einige Exkurse der Influencerin mit Kameraansprachen. Als die kollektive Suche einsetzt, entstehen weitere kleine Längen, da die Bedrohung zwischenzeitlich zu lange abtaucht. Erst zum Finale ist wieder ein wenig Dramatik im Spiel, wobei Szenen danach ebenfalls der zu übertriebenen Ausschmückung geschuldet sind.

Auf der Habenseite ist die Gestaltung der Hexe zu verbuchen, gleiches gilt für die simple Ausstattung und der passabel antreibende Score. In Sachen Blutvergießen hält sich das Treiben eher bedeckt und kommt nicht über einige Kehlenschnitte hinaus und auch die wenigen Spezialeffekte wie Rauch und eine Explosion vermögen eher nicht zu überzeugen.
Die Darstellerleistung sind indes brauchbar, während Kamera und Schnitt okay arbeiten.

Insgesamt fällt der Trip auf die malaiische Inselwelt nicht allzu innovativ aus. Vor allem machen zu ausgeschmückte Szenen anhand der viel zu üppigen Laufzeit von 112 Minuten ein spürbares Manko aus, während das Auflauern und die Konfrontationen für taugliche Stimmung sorgen. Einige atmosphärische Momente kann man mitnehmen, Überraschungen oder gar Hochspannung sollte man nicht erwarten.
Knapp
6 von 10

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