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Eine Frau. Ein Roboter. Die Erde nach der Apokalypse im Jahr 2045. Die Polkappen sind abgeschmolzen, weil sich der Planet überhitzt hatte. Alles wurde überflutet. Zu viele Menschen, 9,5 Milliarden (davon sind wir nicht mehr so weit entfernt, bereits in den 80ern hatte Hoimar von Ditfurth auf die Überbevölkerung als eines der beiden gravierendsten Probleme für die Erde hingewiesen, damals lagen wir bei ca. 4,7 Milliarden, es ist wohl ein Tabu, dagegen etwas zu unternehmen), Indien hatte kein Wasser mehr, eine ökologische und soziale Katastrophe. Seuchen grassierten, löschten die Erdbevölkerung scheinbar völlig aus. Nur Ewa (Magdalena Wieczorek) ist noch da auf ihrem Hochplateau, mit ihrem Wachroboter Artur (gesprochen von Jacek Beler), der aussieht, als sei er willkürlich aus Ersatzteilen zusammen geschraubt worden. Ewas verstorbener Vater hatte das Resort einstmals angelegt. Sie versucht, per Funk irgendein lebendes Wesen zu erreichen, doch fruchtlos. Hin und wieder begibt sie sich, geschützt durch eine Art Taucherausrüstung mit Sauerstoffflasche, in ihrem alten Jeep in die verseuchte Zone, um nach nützlichen Dingen oder verlassenen Nahrungsvorräten zu suchen. Bei ihrer Rückkehr muss sie dem Roboter das Passwort nennen. Ein einfacher Algorithmus. Wer das Passwort nicht kennt, ist ein Eindringling und wird erschossen. Artur ist darauf programmiert, Ewa und ihren Besitz zu schützen.

Das Passwort ändert sich automatisch alle drei Monate. Eines Tages vergisst Ewa, sich das neue Passwort zu memorieren. Als sie von einem ihrer Ausflüge zurückkehrt, verlangt Artur das Passwort. Ewa weiß es nicht und Artur ist nicht in der Lage, seine Programmierung bzw. ignorieren, obwohl er Ewa erkennt, wie sich in den folgenden Diskussionen der beiden herausstellt. Sobald Ewa ohne Passwort versucht, auf das Terrain zu gelangen, gilt sie als Eindringling. Artur macht sich schussbereit. Draußen ist es heiß, Ewa hat keine Nahrung und vor allem kein Wasser .... und Artur lässt sich nicht überlisten. Auf ein billiges Happyend braucht keiner zu hoffen, soviel sei verraten ... mehr aber nicht.

Welch ein einfaches, doch grausames, Szenario und doch lassen sich hier konzentriert viele aktuelle ökologische, soziale und logische Probleme abhandeln. Dazu kommt ein fantastisches Set-Design mit ausgeblichener Optik, alles ist grau und trostlos. Die Breitwandbilder sind großartig, verstärken die niederschmetternde Atmosphäre. Der polnische Regisseur Piotr Biedron hat in seinem Erstling einen mitreißenden, tief berührenden Film geschaffen, nicht zuletzt dank seiner tollen Hauptdarstellerin. Die Handlung klingt eintönig ... ist sie aber keineswegs. Auf der Hülle der DVD wird der Film u.a. mit TERMINATOR verglichen. Dem kann ich überhaupt nicht folgen, Action wird hier nicht geboten. Mir kam aufgrund der Stimmung eher SILENT RUNNING in den Sinn. Egal. Kaufen, ansehen! Sofort!

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