George A. Romero schrieb ein Drehbuchentwurf für die Real-Verfilmung des Capcom-Spiele-Klassikers Resident Evil und war auch als Regisseur vorgesehen. Doch Rechteinhaber Constantin Film um Bernd Eichinger war mit Romeros Version nicht einverstanden und so platzte der Deal.
Im Gegensatz zur Doku Jodorowsky's Dune (2013) wurde ich hier nicht davon überzeugt, dass uns ein visionäres Meisterwerk für immer vorenthalten bleibt.
Das liegt einerseits daran, dass es für Romero kein Herzensprojekt, sondern eine Auftragsarbeit war, die bereits in frühem Stadium der Pre-Production abgebrochen wurde, andererseits an den begrenzten Mitteln der Doku selbst, die visuell wenig vorzuweisen hat: Sich wiederholende Ausschnitte aus den Spielen, O-Töne von Dritten, meistens nur Fans ohne Insiderwissen und Kopien des Drehbuchs. Als Podcast hätte das ebenso gut funktioniert, weil die Bebilderung ungenügend ist. Das die wirklich relevanten Interviewpartner nicht mehr leben, zeigt auch, dass die Doku einige Jahre zu spät kommt. Ob sie überhaupt Interesse gehabt hätten, bei der Doku mitzuwirken sein mal dahin gestellt.
Der Informationsgehalt geht dabei kaum über den eines Wikipedia-Artikel hinaus und die Vorstellung davon, wie der fertige Film hätte aussehen können, bleibt sehr vage. Das macht aber auch die Faszination aus, weil diese Lücken Projektionsflächen für unsere Erwartungen und Hoffnungen sind, die nie enttäuscht werden.
So bleibt eine "was-wäre-wenn?" Doku von Fans für Fans, die ihren Meister gebührend würdigt und die verpasste Gelegenheit einer potenziell genialen Real-Spieleverfilmung, bedauert.
Eichingers kommerzielle Abwägungen sollten ihm allerdings recht geben, denn die Popkornkino-Verfilmungen von Paul W. S. Anderson spielten bekanntermaßen richtig fett Kohle ein.