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Als ich damals hörte, dass George A. Romero einen Film zu einer meiner Lieblingsspielreihen machen wird, war ich voller Vorfreude. Einen passenderen Regisseur konnte ich mir nicht vorstellen. Immer mehr Zeit verging und mit den Dreharbeiten hatte man gar nicht begonnen. Irgendwann hörte man von Romero nichts mehr, und ein Resident Evil Film wurde ohne ihn produziert.

Ich schaute Resident Evil im Kino und war zuerst nicht sicher, was ich davon halten soll. Zuerst enttäuscht, dann überrascht, weil er anders war als erwartet, und später einigermaßen zufrieden mit dem Film. Als Fan von Romero und alten Zombiefilmen, hätte ich viel lieber etwas im alten Stil gesehen, als so einen modernen Film.

Nach so vielen Jahren kommt aus dem Nichts eine Doku über diese alte Geschichte, warum Romero Resident Evil nicht gemacht hat. Normalerweise würde man das im Bonusmaterial eines Resident Evil Films in wenigen Sätzen zusammenfassen. Hier hat man sogar eine fast zweistündige Doku daraus gemacht. Trotz der langen Laufzeit, schafft man es die kurze Geschichte spannend und informativ zu präsentieren. Es kommen einige Leute zu Wort, die mit Romero zu tun hatten und man erfährt vieles aus seinen Drehbuchentwürfen zu Resident Evil, was besonders interessant ist. Sein Film wäre ganz anders geworden, als der uns bekannte erste Resident Evil Film. Laut seinen Entwürfen, hatte er sich viel mehr an der Spielvorlage orientiert, aber auch eigene Änderungen vorgenommen. Er kannte das Spiel vorher nicht, aber lies es sich zeigen und hätte sogar bestimmte Spielelemente übernommen. Seine Beschreibungen der Zombie- und Actionszenen würden eine Härte bieten, die man aus den Spielen kennt und darüber hinaus. Das war wohl auch ein Grund, warum Constantin Film ihn nicht als Regisseur wollte, denn man plante keinen FSK 18 Film.

Ich wusste gar nicht mehr, dass Romero einen Werbespot für das zweite Resident Evil spielt gemacht hat. 30 Sekunden geht der Spot und hat 1,5 Millionen Dollar gekostet. Der Spezialeffekte Künstler Screaming Mad George war für das Zombie Makeup verantwortlich. Wer ihn kennt, der weiß, dass er geniale Effekte drauf hat.

Man erfährt wirklich viel in dieser Doku. Fans, die meinen schon alles zu wissen, bekommen hier auch neue Infos geboten. Man erwähnt sogar den genialen japanischen Film "Sweet Home" und das Videospiel, was beides so etwas wie eine Vorlage für das Resident Evil Spiel war. Leider gibt es von Sweet Home keine vernünftige Veröffentlichung und das Spiel kam nie über Japan hinaus.

Bemängeln muss ich, dass z.B. die ganzen bekannten Darsteller aus Romeros Filmen nicht in der Doku sind. Zum Beispiel wäre ein Ken Foree hier ein Muss. Schön ist aber, dass dafür Leute wie der Chris Redfield Darsteller aus dem ersten Resident Evil Spiel zu Wort kommen.

Gefreut haben mich die vielen Spielszenen aus dem ersten und zweiten Spiel. Zwar ist die Grafik mittlerweile total veraltet, aber für mich sieht das immer noch verdammt gut aus. Man bekommt gleich wieder Lust auf die Spiele, auch wenn man sie schon zu oft gespielt hat.

Fazit: Für Romero Fans ist die Doku ein Muss. Für Fans der Spiele sowieso.

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