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Mit George A. Romero’s Resident Evil – A Documentary liefert Regisseur Brandon Salisbury eine ebenso spannende wie leicht unausgewogene Dokumentation ab, die vor allem Fans der Resident Evil-Spielereihe von Capcom sowie Verehrer von Zombie-Ikone George A. Romero ansprechen dürfte. Im Mittelpunkt steht die faszinierende Frage, warum ausgerechnet Romero – der wie kaum ein anderer das Zombie-Genre geprägt hat – letztlich keinen Resident Evil-Film realisieren konnte. Dabei wird detailliert auf die Spiele eingegangen, ihre Entstehung, ihren Tonfall und warum Capcoms Vision letztlich nicht mit Romeros Ansatz zusammenpasste.

Gleichzeitig widmet sich die Dokumentation fast ebenso intensiv Romeros Filmschaffen. Werke wie Night of the Living Dead, Dawn of the Dead und Day of the Dead werden kontextualisiert und als Grundlage für seinen kreativen Einfluss herangezogen. Das ist interessant und informativ, führt aber auch dazu, dass der Fokus stellenweise etwas verwässert wirkt – wer sich ausschließlich eine tiefgehende Resident Evil-Analyse erhofft, bekommt hier mehr Romero-Biografie als erwartet.

Überraschend ist zudem die deutsche FSK-12-Freigabe: Trotz dieser vergleichsweise niedrigen Einstufung zeigt die Dokumentation zahlreiche Filmausschnitte aus Dawn of the Dead und Day of the Dead. Gerade Letzterer ist in Deutschland weiterhin verboten, was diese Freigabe umso erstaunlicher macht und zumindest für Irritation sorgt.

Unterm Strich ist George A. Romero’s Resident Evil – A Documentary eine sehenswerte, gut recherchierte und liebevoll gemachte Doku mit hohem Fanwert, die jedoch inhaltlich etwas klarer hätte priorisieren können. Für Genre- und Spielefans eine Empfehlung – für alle anderen eher ein solides, aber nicht herausragendes Stück Filmgeschichte.

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