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Es hätte die Möglichkeit für Action-Darsteller John Ozuna sein können, mit seinen physischen Fähigkeiten eine Empfehlung auszusenden. Doch Regisseur Massimiliano Cerchi, der in seiner Vita noch keinen tauglichen Film vorweisen kann, lässt den vermeintlichen Helden mithilfe des katastrophalen Drehbuchs verdammt hilflos aussehen.

Bukarest, Rumänien: Frank (Ozuna) arbeitet neuerdings als Türsteher und muss allabendlich erleben, wie Menschenhändler Kane (Costas Mandylor) seine Freundin Silvia (Rosmary Yaneva) misshandelt. Trotz des Zuredens seines Partners Carl (Simon Phillips) befreit er Silvia aus den Klauen des Fieslings und es beginnt eine Flucht quer durch die Stadt…

Wie beginnt man bei einem Actioner, an dem nahezu gar nichts stimmt? Die positiven Aspekte: Darstellerin Yaneva wurde wahrscheinlich besetzt, weil sie der jungen Angelina Jolie nicht unähnlich sieht, wobei sie das mit der Schauspielerei noch einmal überdenken sollte. John Ozuna, der im Bereich Martial Arts nicht gänzlich unfähig ist, darf zum Einstieg drei Halbstarke vor dem Club verprügeln. Wobei sich die Frage stellt, warum diese nach wenigen Minuten ohne Verstärkung zurückkehren, um sich ein zweites Mal verprügeln zu lassen.

Doch bereits hier fällt die statische und schlecht positionierte Kamera auf, während der Schnitt mehrfach holprig gesetzt wird. Auch ein willkürlich aktivierter Zoom ist kein Mittel, um einen Fight effizienter zu gestalten, wonach die ohnehin dünn gesäte Action beileibe keine Laune macht. Hinzu gesellen sich im Verlauf ein paar Schüsse mit üblem CGI-Blut, während der Beschuss vom Heli auf ein Auto so aussieht, als hätte man im Umfeld einfach mal kleine Knallerbsen geworfen, die Jugendliche an Sylvester abfeuern dürfen.

Die Flucht als solche gestaltet sich indes komplett planlos. Frank beteuert auf jede Nachfrage seiner Begleiterin, nicht zu wissen, was als nächstes zu tun ist und das spiegelt sich folgerichtig in der willkürlichen Handlung wider. Noch übler sind allerdings die Dialoge, verstärkt durch eine grottige Synchro, die plump, zusammenhanglos und teils völlig sinnfrei daherkommen („Du hast ein schönes Zuhause, da gehört eine schöne Frau dazu“).

Während auf darstellerischer Ebene lediglich Simon Phillips einigermaßen glaubhaft performt, bringt Hauptdarsteller Ozuna null Charisma mit und offenbart auch mimisch einen recht eingeschränkten Spielraum. Mandylor bewegt sich wie eine vegane Mettwurst (Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen) durch die Szenerie und selbst ein Nicholas Turturro wirkt in einer kleinen Nebenrolle komplett verloren. Dem gleicht sich der Score an, welcher uninspiriert vor sich hin dudelt und augenscheinlich gar nicht weiß, zu welcher Szene er welche Stimmung verbreiten soll.

Obgleich der Abspann bereits nach 74 Minuten einsetzt, ist von Kurzweil keine Spur, von Spannung natürlich auch nicht. Während das Drehbuch voller Logiklöcher steckt, - man befragt ein Dutzend Zeugen, obgleich die Verfolgten per GPS problemlos erreicht werden könnten und resigniert als Bösewicht vor einer simplen Wohnungstür, sind noch nicht einmal unfreiwillig komische Momente mitzunehmen.
„Bouncer“ ist ein typischer Fall für die Tonne.
2 von 10

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