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In der Fortsetzung von „Vaiana“ / „Moana“ (2016) macht sich eben diese zu einem neuen Abenteuer auf, um andere Völker zu finden. Dafür stellt sie sich eine kleine Crew zusammen, welche aus natürlich unpassenden Charakteren besteht, damit diese im Verlauf des Films eine Botschaft über Zusammenhalt transportieren können. Sicher, die Themen sind universell, wurden aber dennoch schon so oft durchgekaut. Inhaltlich bietet diese Fortsetzung nichts, was man nicht schon gesehen hat - und das auch bezogen auf den Vorgänger. Vieles aus diesem kommt hier wieder und dazu packt man Neues obendrauf, sodass ein überfrachtetes Sequel herauskommt, das sich selbst keinen Raum mehr für Entwicklung lässt. Auch dreht man bis zum Abspann jede Dramatik wieder zurück. Dieses Kalkül spürt man den ganzen Film hindurch, wodurch sich auf emotionaler Ebene kaum etwas tut.
Das Ergebnis wirkt insgesamt weniger groß als wohl angedacht. Und auch, wenn das Einspielergebnis an den Kinokassen was anderes sagt, am Ende wirkt das wie eine für den Streamingdienst gebastelte Fortsetzung.

Einige bekannte Charaktere sind wieder dabei, selbstredend die Titelheldin, der Halbgott Maui, das Schwein, das Huhn. Die neuen menschlichen Figuren kommen über ihre oben genannte Funktion oder die des Stichwortgebers kaum heraus, dafür waren die Kokosnuss-Kerlchen ein kleines Highlight.
Songs gibt es einige, vielleicht zwei oder drei zu viel für meinen Geschmack. Musikalisch sind die nett, einen Ohrwurm konnte ich jedoch nicht ausmachen und thematisch wirken sie wie das Abhaken einer Liste. Es gibt den „was liegt vor mir“-Song, den „alles ist super“-Song, den „ich bau dich wieder auf, weil du gerade an dir zweifelst“-Song oder den „jetzt wissen wir, wer wir sind“-Song.
Visuell ist das erwartungsgemäß gelungen, die wirklich großen Bilder liefert das von gleich drei Leuten inszenierte Sequel allerdings nicht. Auch nicht beim gesichtslosen Antagonisten.

„I think I know someone else kinda like that.“

Die Fortsetzung transportiert die üblichen Werte, garniert das mit viel Gesang und hinterlässt einen gemischten Eindruck. Das Einbringen der polynesischen Kultur und die ansprechende Optik wiegen nicht auf, dass der Film im Kern nur ein Aufguss oft erzählter Geschichten ist. Ein kalkuliertes Mehr-von-allem.

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