Tony Jaa, das große Martial Arts Versprechen, welches nie eingehalten wurde. Was für ein explosives Leinwand-Erscheinen Anfang der 2000er, und dann? Ein laues Lüftchen. Schlechte Produktionen, Nebenrollen, kein echter Knaller mehr. Diese Fähigkeiten und dann so eine Karriere, das macht irgendwie traurig. Gut, ich kenne keine Hintergründe und am Ende sind alle Entscheidungen seine eigenen, ohne dass die Zuschauer dies etwas angeht. Nun als mittlerweile fast Action-Senior sein neuestes Werk und gleich eine schlechte Nachricht, Produktionsland China. Was heißt das, schlechte Qualität, zusammen geklaut, im ersten Moment hui, ganz schnell pfui, sich an allem versuchen, nichts richtig können? Nicht ganz, China hat mit dem Hongkong-Kino schließlich eine versierte Filmindustrie gekapert. Natürlich auch kaputt gemacht, aber trotzdem Know-how und fähige Köpfe übernommen. China hat Hollywood abgelöst und produziert mittlerweile weltweit die erfolgreichsten Filme. Das liegt natürlich nicht an der Qualität der Outputs, sondern der Anzahl der Ameisen und der niederen Sehgewohnheiten.
Doch zum Film, Schatten gibt es nicht ohne Licht. Tony Jaa Fans dürften weitgehend beglückt sein, ihr Star wieder in der Hauptrolle, dazu in guter Form und mit motivierter Performance. "Ong-Bak", "Revenge Of The Warrior", aber auch Jünger von "The Raid" und Konsorten werden definitiv zufrieden gestellt. Dem Genre werden zwar keine frischen Nuancen zugefügt, aber solide Kost ohne Längen serviert. Die zwanzig Jahre Altersunterschied haben sicher Spuren in der Performance des Stars hinterlassen, aber geliebte Trademark-Moves wie Flying Knee und Ellbow-Skull-Crusher sind zelebrierter Fan-Service. Natürlich war das alles schon unzählige Male zu sehen, glänzt aber mit überraschender Kompromisslosigkeit. Frauen und Kinder in Sicherheit, hier wird keine Rücksicht genommen.
Ich lasse die üble Herkunft außer Acht und gebe einem 6er Film wohlwollend 7 von 10 Punkten.