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Mit Filmen wie PARASITEN-MÖRDER, RABID und DIE BRUT hatte David Cronenberg einen ganz neuen Stil des phantastischen Films geprägt. SCANNERS bedeutete für den Meister des Bodyhorror schließlich den kommerziellen Durchbruch. Die Thematik um medial oder telepathisch veranlagte Menschen war damals allerdings nicht neu. Brian De Palma verwendete sie in seinen Filmen CARRIE und TEUFELSKREIS ALPHA. Bereits in DORF DER VERDAMMTEN sorgten Kinder mit glühenden Augen für übersinnliches Treiben.
SCANNERS ist im Grunde nur für eine einzige Szene bekannt, nämlich die Kopfplatz-Szene relativ zu Beginn des Films. Nach dieser Szene, die sogar in WAYNE’S WORLD zitiert wird, komm t im Film erst mal lange nichts, es entwickelt sich ein Duell zwischen dem bösen Scanner Darryl (Michael Ironside, TOTAL RECALL, STARSHIP TROOPERS) und dem guten Scanner Cameron (Stephen Lack). Beide bekriegen sich im Showdown mit so heftiger Gedankenkraft, dass ihnen die Adern hervortreten und platzen. Setzen sie ihre Telekinese ein, erinnert das an Parkinson-ähnliche Zappelanfälle oder den heftigen Tremor eines Alkoholikers.

Der Plot ist im Vergleich zu anderen Cronenberg-Filmen wie VIDEODROME und EXISTENZ überaus geradlinig und simpel. Es wirkt fast, als versuche der kanadische Regisseur im konventionellen Mainstream Fuß zu fassen. SCANNERS wird auch manchmal als „der asexuellste Film Cronenbergs“ (Quelle: Wikipedia) bezeichnet. Es fehlen die sexuellen Elemente, wie z.B. der Vampirpimmel unter der Achsel [RABID] oder die Bauchfotze [VIDEODROME]. Der Film wirkt, abgesehen von der Szene mit dem explodierenden Kopf, weitaus weniger verstörend als alle anderen Frühwerke des Regisseurs. Zugegeben: der aktuelle Bezug zu den deformierten Contagan-Kindern war damals gegeben. Denkt man sich die Kopfplatz-Szene weg, hat man es aber tatsächlich mit einem erbärmlich langweiligem Stück Mist zu tun.

„Heads Explode“ – Monster Magnet

Fazit:
Cronenbergs kommerzieller Durchbruch. Fast ein bisschen zu konventionell für meinen Geschmack. Ein Muss für jeden Horrorfan, aber sicher nicht der beste Film vom Mann der verkörperlichten Gesellschaftskritiken.

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