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Wer als Spezialist für Stunts an Projekten wie „Taken“, „Spectre“ (James Bond) oder „Fast and the Furious“ mitwirkte, dürfte ein gutes Gespür für rasante Action entwickelt haben. Regiedebütant Olivier Schneider offenbart dies mit einigen schnittigen Verfolgungsjagden, wogegen es sagenhafte fünf Autoren kaum schaffen, die Geschichte mit Pep anzureichern.

Soélie hatte eine glänzende Karriere als Motocrossfahrerin vor sich, doch ein Unfall führte zu einem Trauma, seit dem sie nicht mehr auf eine Maschine stieg. Stattdessen trainiert sie ihren Bruder Michael, der über Umwege auf die schiefe Bahn gerät und in einen anstehenden Juwelenraub verwickelt wird. Soélie wird sich schon bald ihren Ängsten stellen müssen…

Der Einstieg mit einem Überfall und anschließender Verfolgung der Polizei auf unterschiedlichen Vehikeln macht Lust auf mehr: Dynamische Action, Stunts ohne doppelten Boden und alles frei von CGI. Das Familiendrama nimmt demgegenüber weniger in Beschlag, denn obgleich die wesentlichen Figuren tauglich skizziert sind, mangelt es an emotionaler Tiefe. Zudem dienen ein ehrgeiziger Polizist und ein Mechaniker lediglich als farblose Rädchen im Spiel.

Auch die Planung des Raubes und eine Finte durch die Polizei entwickeln nicht genügend Dynamik, - da freut man sich bereits über zwischengestreute Testfahrten über kleinere Hindernisse. Entsprechend steuert alles auf einen Showdown zu, welcher nicht nur den Raub und eine anschließende Hatz, sondern eine ordentliche Schlägerei beinhaltet. Hier setzt man noch einen drauf, indem die Fahrten durch enge Gassen führen, die am Ende nicht ersichtlich machen, ob da vielleicht ein Hindernis lauern könnte. Etwaige Kollisionen sind genauso versiert in Szene gesetzt wie diverse Kameraperspektiven den Abstand zwischen Flüchtigen und Verfolger jederzeit übersichtlich gestalten.

Während die Darsteller passable Leistungen abliefern, der Score zweckdienlich arbeitet und die Action bei Laune hält, verhindert die flache Geschichte ohne Twists einen höheren Unterhaltungswert innerhalb der 100 Minuten Laufzeit. Allein die Rasanz einiger Szenen im Finale hievt den Streifen knapp über Durchschnitt.
6 von 10

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