iHaveCNit: Wolf Man (2025) – Leigh Whannell – Universal
Deutscher Kinostart: 23.01.2025
gesehen am 23.01.2025 Dolby Atmos
Kinopolis MTZ – Kino 1 – Reihe 14, Platz 26 – 20:00 Uhr
Blake lebt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Charlotte und seiner Tochter Ginger in einer Großstadt. Als Blake die Nachricht ereilt, dass er das abgelegene Elternhaus in Oregon erbt, fährt er gemeinsam mit Charlotte und Ginger dorthin. Noch ahnt er nicht, welcher mysteriöser Zwischenfall sich dort ereignen wird.
Universals großer Plan, neue Verfilmungen von alten Klassikern des Horrors in die Kinos zu bringen ist wohl einer der Fälle des letzten Jahrzehnts, den man als sehr großes Missverständnis in der Filmgeschichte betrachten wird. Mit finanziellen Flops und kreativen Richtungswechsel mit einer gewissen Orientierungslosigkeit ist Universal damit allerdings nicht alleine, denn so geht es vielen Studios, die mit anderen Filmuniversen und Filmreihen straucheln. Eine kleine Konstante bei Universals Plan ist jedoch Leigh Whannell, der bereits 2020 mit „Der Unsichtbare“ einen sehr guten, hoffnungsvollen Richtungswechsel vorgeben konnte und auf den man sich nun bei „Wolf Man“ wieder verlassen hat. „Wolf Man“ ist eine neue Verfilmung von „Der Wolfsmensch“ und verarbeitet damit den klassischen Horrormythos des Werwolfs. Klar könnte man bei „Wolf Man“ einen klassischen Werwolf-Slasher erwarten, wird ihn aber hier nicht wirklich bekommen. Der Film ist viel eher ein kleines, intimes Horror-Drama und aufgrund seiner Reduzierung auf wenige, kleine Set-Pieces auch leicht kammerspielartig. Der Film ist leicht über 100 Minuten lang und dehnt sein eher kompaktes, intimes Horror-Drama schon sehr aus, so dass es ein feiner Balanceakt ist zwischen sich langsam aufbauender, athmosphärisch stimmiger Spannung und eher dem Gefühl von Langeweile, weil einfach zu wenig passiert. Dennoch finde ich, dass der Film sehr viele interessante Ansätze und Ideen hat. Angefangen beim durchaus sehenswerten, transformativen Body-Horror, einer von Christopher Abbott, Julia Garner und Matilda Firth schön gespielten emotionalen Tragweite und Tragik, einer schon recht blutigen und konsequenten Darstellung des Ganzen und auch vor allem über das audiovisuelle die immersive Erfahrung wie sich die Transformation und die Wahrnehmung des Umfelds für für den von Christopher Abbott gespielten Blake anfühlt.
„Wolf Man“ - My First Look – 6/10 Punkte