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Leigh Whannell scheint sich langsam durch den Universal „Monster“-Backkatalog durchzuarbeiten. Vor fünf Jahren machte er den INVISIBLE MAN zum toxischen Frauenquäler, jetzt wird ein beschützender Familienvater zum Wolf wider Willen. 

Blake (Christopher Abbott) fährt mit Frau (Julia Garner) und Kind nach Oregon in die Hütte seines verstorbenen Vaters. Bei der Ankunft erleidet die Familie einen filmreifen Autounfall, bei dem Blake auch noch von einer haarigen Bestie verletzt wird. Während draußen das Biest lauert, beginnt drinnen die Verwandlung. 

Leigh Whannell ist ein einfallsreicher Regisseur. Mit Kippkamera, Schattenrissen und schwindelerregenden Fahrten visualisiert er Gefühlszustände und dramatisiert gekonnt Situationen. Die Wandlung Blakes, das allmähliche Verschwinden des Menschseins und die erweiterte animalische Wahrnehmung von Geräuschen, Farben und Licht werden „in camera“ mit Hilfe visueller Effekte gezeigt – so hat man eine Werwolfverwandlung noch nie gesehen. Als Vorbild erkennt man hier eher Jeff Goldblums „Brundlefly“ als Lon Chaneys original „Wolfman“. 

Auch wenn Whannell dem Sujet so einige interessante Aspekte abgewinnen kann, funktioniert WOLF MAN als Spannungsfilm nie wirklich. Für Ehefrau und Tochter stellt der werdende Werwolf kaum eine echte Bedrohung dar, man fühlt zu sehr mit ihm. Und wenn sich die beiden Wolfsmenschen balgen, hat das mehr von einem Wrestlingmatch als von einem Horrorfilm. 

Von daher auch hier wieder ein lobenswerter Versuch, einem altbekannten Stoff neue Impulse zu geben, wenn auch weniger erfolgreich als beim ersten Mal. Als nächstes vielleicht DR. JEKYLL & MR. HYDE oder THE MUMMY?

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