Wenn Blumhouse einen Horrorklassiker neu erfindet... Das Ergebnis ist eher durchwachsen. Sicher macht es keinen Sinn, immerdieselbe Geschichte neu zu erzählen. Eine inhaltiche Neuausrichtung ist da schon richtig. Und da Blumhouse ja immer kostengünstig produziert, darf diese neue Geschichte nicht allzuviele Locations haben. Und so konzentriert sich der Film dann auch auf die Geschehnisse einer Nacht in einem Farmhaus.
Der Film startet mit mit einer Text-Einleitung über einen alten indianischen Mythos, zeigt dann ein Kindheitserlebnis des Hauptprotagonisten, das schon zeigen soll, dass da im Wald etwas ist. Dann ein Zeitsprung von 30 Jahren und wir sehen eine kriselnde Ehe eines Paares in New York. Der nun erwachsene Junge von damals zieht mit seiner Familie in sein Elternhaus, ein Farmhaus im Wald in Oregon, fernab von der Zivilisation. Schon bei der Ankunft wird man von einem Werwolf attackiert, man kann sich ins Haus flüchten. Doch der Mann, verletzt vom Wolf, beginnt sich zu verändern, körperlich wie psychisch. Zähne fallen aus, das Verhalten wird animalisch und instinktgesteuert, Geräusche werden anders wahrgenommen. Die Transformation zum Werwolf hat begonnen, während der Werwolf vor der Tür die Familie fressen will.
Mit dem Ende der Nacht endet dann auch der Film. Der gute Werwolf hat den bösen getötet und schliesslich selbst den Tod gewählt, um sein weiteres Schicksal nicht ertragen zu müssen.
Eins muss man dem Film lassen: Er ist wirklich spannend geworden. Für einen Genrefilm war das schon ziemlich gut gemacht. Auch die Body-Effekte sind sehr ansehnlich und Christopher Abbott spielt seinen Part wirklich hervorragend. Sehr gefallen haben mir auch die optischen Effekte, wenn aus der Sicht des Werwolfs gesehen wird, hat mich etwas an den legendären "Wolfen" erinnert. Aber der spielt ein paar Klassen höher, hatte der doch noch eine anspruchsvolle Geschichte zu erzählen.
Und wie bewertet man sowas? Horror ist nicht so mein Genre. Wenn man also einen genretypischen Film ohne Anspruch oder Handlung sehen möchte, ist das ein sehenswerter Vertreter, dem man 7 Sterne geben kann.
Wenn man aber überlegt, was man noch hätte aus der Story machen können, z.b. den indianischen Mythos weiter vertieft hätte, so ist das dann inhaltlich etwas enttäuschend. Und so sinds für mich dann auch nur 6 Sterne.