kurz angerissen
Wenn es um den Wolfsmenschen geht, eine der großen klassischen Gestalten des Horrorfilms, sind gewisse gefestigte Erwartungen im Spiel. Nicht einmal unbedingt darauf bezogen, wie genau der Wolfsmensch auszusehen hat; dazu hat er im Laufe der Jahrzehnte zu viele Stadien der Metamorphose mitgemacht. Aber doch zumindest, was die mythologische Darstellung seiner kreatürlichen, rohen Urgewalt angeht. Für Leigh Whannells Ansatz, den Universal-Horror in entsättigtes Gegenwartskino zu übersetzen, scheint sich der „Unsichtbare“ aber besser zu eignen. Sein „Wolf Man“ gerät ihm zur spröden Naturforschung, die sich in vielerlei Hinsicht nicht von realistischen Öko-Thrillern um menschliche Eindringlinge ins Tierreich unterscheidet. Jedwede Art metaphorischen Subtextes verdampft durch diesen Ansatz einfach in der Luft. Ein paar spannende Sequenzen und vor allem eine kreative Weiterentwicklung der klassischen „Monster Vision“, die tatsächlich mal Einblick in die sich verändernde Denkweise des Wer-Monsters gibt, stimmen versöhnlich.