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Kurz vor Halloween: Die junge Erin Severson überlebt als Einzige ein Massaker, das ein maskierter Unbekannter unter ihren Freunden anrichtet. Im Anschluss macht unter den Schülern der Elm River High das Gerücht von der Rückkehr eines gewissen Johnny Baxter die Runde, der in den 1970er Jahren einst einen ähnlichen Massenmord verübt hatte und anschließend spurlos verschwunden ist... und dass Erin wohlmöglich mit dem Psychopathen unter einer Decke steckt. Da der in dem Fall ermittelnde Polizist Hawkes auch nicht verhindern kann, dass es in der Folgezeit in Erins näherer Umgebung noch zu weiteren Morden kommt, heckt diese gemeinsam mit ihrem Kumpel Brad den Plan aus, den wahren Killer während einer anstehenden Schnitzeljagd selbst in die Falle zu locken... Der mehr als generisch und nichtssagend betitelte "Final Girl: Halloween" beginnt genau da, wo andere, ebenso abgeschmackte Slasher-Filmchen aufhören: Mit einem Body-Count-intensiven Pseudo-Finale, bei dem die Leichen in den ersten paar Minuten nur so purzeln! Die Art und Weise, auf die die beiden Regisseure Andrew Arguello und MJ Palo bei ihrem Debüt in medias res gehen erinnert da nicht von ungefähr an den ebenfalls von einem Regie-Duo verbockten "Silent Scream" von 2005, der da zunächst ja auch ordentlich Gas gegeben hat und sein hohes Anfangs-Tempo im Anschluss nicht über die komplette Laufzeit halten konnte. Okay, die Ausgangslage der Handlung von "Final Girl: Halloween" ist zugegeben nicht wirklich uninteressant, aber bereits die ersten Bilder törnen einen ob ihrer billigen Optik ganz schön ab und wenn dann kurz darauf auch noch eine Gummi-Axt in einem Teenager-Schädel wackelt wie Espenlaub, ahnt man doch ganz arg, dass dieser augenscheinliche Independent-Streifen wohl wieder mal nicht viel wert sein wird. Und genau so, wie man es erwartet hat, kommt's dann auch: Vom Erscheinungsbild her rangiert die Chose knapp über Amateurfilm, während die ungeübten Darsteller sich ziemlich heftig mit ihren inhaltsleeren Dialogen abrackern und sich gerade mal so durch eine spannungslose Geschichte wurschteln, die munter die abgegriffenen Versatzstücke aneinanderreiht und eigentlich nicht mal passables Krimi-Niveau hat. Die belanglosen Blut-Effekte, mit denen das Ganze garniert ist, locken dann auch niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, zumal man sich in Sachen Splatter auch echt am Riemen reißt und hier nicht gerade alten Tom Savini-Zeiten nacheifert. Als so wirklich ärgerlich empfindet man dann aber doch, dass die Angelegenheit zum Schluss einen öden, schon oft gesehenen Twist (Marke: extra sinnlos!) aus dem Hut zieht und ernsthaft der Meinung zu sein scheint, den Zuschauer mit solchen Mätzchen noch überraschen zu können. Unterm Strich ist "Final Girl: Halloween" dann zwar sicherlich nicht der Schlimmste seiner Sorte geworden, aber doch allenfalls jenen harten Allesguckern ans Herz zu legen, die nostalgisch nach drittklassigem Genre-Krempel wie "Frayed" oder "Sweet Insanity" sind...

4/10

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