Wenn Mythen und Legenden lebendig werden, befindet man sich schnell im Reich der Kobolde und Skelettkrieger. Doch was auf dem Papier einigermaßen einladend klingt, setzt Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Stuart Brennan derart unausgegoren um, dass phasenweise nicht einmal ein roter Faden erkennbar ist.
Atticus befindet sich in einem Zwischenreich zwischen Leben und Tod. Der Tod selbst bietet ihm einen Handel an, um ins Reich der Lebenden zurückzukehren und für die Wiederherstellung der Verhältnisse zu sorgen. Derweil hat es eine Koboldjägerin aufgrund ihres Übereifers nicht leicht, sich unter den verschiedenen Gilden zu behaupten. Bis das Böse heraufbeschworen wird…
Der Stoff wirkt über weite Teile so, als hätte man Parts aus einer umfassenden Serie auf eine Laufzeit von 103 Minuten komprimiert, so dass nicht wenige Szenen komplett ohne Kontext stehen. Figuren werden erst gar nicht eingeführt, manche erhalten auch keinen Namen und bis der eventuelle Held in Erscheinung tritt, ist die Halbzeit bereits weit überschritten. Folgerichtig gibt es weder eine Identifikationsfigur, noch einen Sympathieträger.
Immerhin können sich Teile der Landschaften, in Wales gedreht sehen lassen und was per Computer verfremdet wurde, geht ebenfalls in Ordnung. Die Kostüme sehen hingegen arg nach Theaterfundus aus, zumal hier weder Verschleiß noch andere Kampfspuren sichtbar werden, was auch fürs kaum vorhandene Make-up gilt. Ebenfalls bemüht ist der Score, der in seinen besten Passagen etwas Episches suggeriert, was natürlich zu keiner Zeit zu erblicken ist.
Denn mit dem Einbinden von Fabelwesen hat es der Stoff nicht wirklich. Einzig die Skelettkrieger, von denen eine Handvoll in Erscheinung tritt, sind effektiv umgesetzt, doch Kobolde sieht man zu keiner Zeit und auch andere mystische Wesen werden komplett ausgeklammert. Stattdessen geht ein magischer Fluch um, wonach frisch Verstorbene sogleich wieder aufstehen und durch die Straßen tanzen, was jedoch allenfalls für ein leichtes Schmunzeln hinsichtlich der unbeholfenen Nebendarsteller führt.
Andere sehr rar gesäte Kampfszenen sind schwach choreographiert, wobei es immerhin noch einen abgetrennten Arm, einen diagonalen Schnitt durchs Gesicht und andere Kleinigkeiten zu erhaschen gibt, was noch eine FSK16 rechtfertigt. Ansonsten sucht man vergeblich nach weiteren Schauwerten, was gleichermaßen auf die durchweg hölzern agierenden Mimen zutrifft, welche darüber hinaus oft nicht lippensynchron vertont wurden.
Für Brennan war das Projekt einige Hausnummern zu groß und das untermauert er in nahezu allen Belangen. Das Drehbuch lässt jegliche Kontinuität vermissen, Spannung und Atmosphäre kommen erst gar nicht auf und obgleich das Tempo im finalen Akt minimal gesteigert wird, ist bis dato ohnehin das Interesse verflogen.
Fantasy ohne Drachen und Elfen kann man machen, ohne Unterhaltungswert besser nicht.
2,5 von 10