Inhalt: Wir nehmen anfangs teil an dem Kreuzungspunkt dreier Individuen, deren Wege sich nach dem Krieg in einer durch Brand zerstörten Stadt treffen. Alle drei sind sehr jung. Die Namen werden wir nicht kennen lernen, ob es Tokyo ist sei dahingestellt. Sie ist am ehesten Prostituierte und/oder Gastwirtin, der Soldat ruhe- und ziellos und der Junge am Beginn seiner Reise ins Erwachsenensein. Hunger ist ihr ständiger Begeiter. Eine kurze Episode des Glückes stellt sich ein, diese währt nicht lange. Der Junge macht sich dann auf eine Reise, die ihn zurück zum Ausgangspunkt bringt.
Das zuerst als Kammerspiel beginnende Drama begibt sich dann auf eine Reise aus der Finsternis der Nachkriegszeit einer zerstörten Stadt. Anfangs nur in verkohlten Ruinen spielend, kommt später die Kraft der Natur dazu, aber auch hier hat der Krieg Einzug gehalten und tiefe Wunden gerissen. Der Film hat sehr magische Momente des Glücks und der Zuneigung, es überwiegt der absolut überwältigende Eindruck dreier zertörter Seelen die den Schein waren können, in der Nacht aber, oder unter Alkoholeinfluss, von ihren Erlebnissen nicht in Ruhe gelassen werden. So ist es zumindest beim Jungen und beim Soldaten. Die Frau scheint noch die stabilste Psyche zu besitzen, aber der Schein trügt. Die sehr fragile Beziehung der Dreien erträgt wenig Belastung. Wir als Zuschauer sind immer mitten drin, die Kamera ist anfangs allgegenwärtig und zieht uns ins Geschehen hinein, die Gesichter immer in Großaufnahme. Die Schauspieler liefern überwältigend ab, ich kann ihnen ihre gequälten Seelen jederzeit glauben. Und den Jungen zu begleiten verlangt schon einiges ab. Die Kameraeinstellungen sind zwar teilweise wackelig, aber im Verhältnis zu Tetsuo oder Kotoko ist hier schon Ruhe eingekehrt. Das Bild ist phantastisch.
Insgesamt ein sehr ruhiger, meditativer Film über die Unmöglicheit (der damaligen Zeit) das Erlebte aufzuarbeiten. Ein wirklich bewegender Film wartet auf die, die sich trauen.
Danke, Tsukamoto-San
Volle Punktzahl! 10/10