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1949: In Ost-Afrika wird bei Grabungen eine christliche Kirche entdeckt, die aus einer Zeit stammt, in welcher das Christentum definitiv noch nicht bis in diese Regionen vorgedrungen ist. Die Eingeborenen fürchten diesen Ort, seltsame Krankheiten kursieren und nach einem ersten Eindringen in die noch verschütteten Innenräume wird schnell klar: Gott ist heute nicht hier...

Renny Harlin schuf mit „Exorzist – Der Anfang“ einen hoch-atmosphärischen und gleichsam kompromisslosen Schocker, der einem unbedarften Prublikum durchaus an die Nieren gehen dürfte. An Ekeleffekten wird hier wahrlich nicht gegeizt, doch kann neben diesem plakativen Stilmittel des Horrorkinos im Falle des „Exorzisten“ auch das Drumherum überzeugen. Sicher, die Genialiät des Erstlings wird nie erreicht, doch vom Original losgelöst betrachtet, bietet Renny Harlins vollkommen humorloser Schocker eine passagenweise erdrückende Spannung und eine sehr intensive, gespenstische Stimmung. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes positiv überrascht, bedenkt man all die Querelen (Regisseurwechsel incl), die die turbulente Produktion begleiteten sowie die teils vernichtenden Rezensionen nach den ersten Screenings. Ich für meinen Teil bin jedenfalls sehr gespannt auf die angeblich enorm abweichende Alternativversion des Filmes, die auf DVD zusammen mit der Harlin-Kinofassung erscheinen soll.
Wie bei allen Harlin-Filmen ist auch hier die Optik einer der Haupttrümpfe. Stimmungsvolle Kameraeinstellungen, düstere, Teufels-Kulissen und eine meiner Meinung nach geniale Ausstattung zeichnen „Exorzist – Der Anfang“ aus. Allein schon die verkehrt herum in den Boden gerammten Kreuze samt menschlicher Beilage sorgen für wohliges Schaudern. An den Goreinlagen widerum dürften sich die Meinungen teilen: Ich war ziemlich erstaunt, daß das hier Gezeigte mit einer FSK16 durchkam.Wer die Geburtenszene oder die Coyoten-Attacke gesehen hat, wird wissen wovon ich spreche. Zartbeseidete dürften in nicht unerheblichen Zahlen das Kino verlassen, der abgebrühte Horrorfan wird hingegen mit der Zunge schnalzen. Definitiv einer der krassesten Schocker, die in den letzten Jahren den Weg in die Kinos fanden, insbesondere in jugendfreie Regionen.

Technisch astrein, spannend und ungemein atmosphärisch kann ich dieses ansprechend gespielte, geradlinige Prequel zum legendären Friedkin-Klassiker jedem Horrorfan wärmstens empfehlen. Simpel und gut, so muss ein nervenzerrender Schocker nach bewährtem Strickmuster sein. Ok, ich hatte ein ganzes Kino für mich allein (erst so wirkt der Film richtig), dennoch gebe ich dem Film 8 Punkte. Bei lärmendem Publikum wären es wohl eher 7 gewesen...

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