Nach dem zweiten Weltkrieg hat Pater Merrin seinen Glauben verloren. Als Archäologe bereits er fernab von seiner Heimat den afrikanischen Kontinent. In Kenia wird ihm angeboten, an der Ausgrabung einer christlich- byzantinischen Kirche teilzunehmen. Der Dämon Pazuzu wird bei den Ausgrabungen befreit und seltsame Ereignisse und Todesfälle häufen sich.
Ich bin an dieses Prequel zu Friedkins Meisterwerk von 1973 nicht mit der Erwartungshaltung herangegangen, einen auch nur annährend ebenbürtigen Film zu sehen. Die ganzen Schwierigkeiten im Vorfeld dieser Produktion stimmten mich jedoch ein wenig nachdenklich.
So war zunächst John Frankenheimer (Ronin) im Gespräch, welcher die Hauptrolle mit Liam Neeson (Schindlers Liste, Darkman) besetzen wollte. Schade eigentlich, dass es nicht dazu gekommen ist, denn Liam Neeson hätte die Figur Pater Merrin sicherlich großartig verkörpert. Da Frankenheimer jedoch im Juli 2002 verstarb, wurde nichts daraus. Also drehte Paul Schrader (Katzenmenschen) den Film mit dem auch jetzt in der Hauptrolle zu sehenden Stellan Skarsgård (King Arthur). Doch diese Version kam bei den Produzenten und dem Autor nicht an, weswegen Renny Harlin (Nightmare on Elm Street 4, Cliffhanger, Mindhunters) den Film nahezu komplett neu drehte.
Die jetzige offizielle Version ist nichts Halbes und nichts Ganzes. So passiert in den ersten 45 Minuten nahezu gar nichts. Erst dann kommt der Film ein wenig in Fahrt und serviert dem geneigten Zuschauer einige Blut- und Ekel-Effekte, die man so nicht erwartet hätte. Allerdings lassen einen diese Szenen relativ kalt, da sie teilweise übertrieben wirken. Weniger wäre halt manchmal mehr…
Stattdessen hätte man mehr Wert auf die atmosphärische Dichte legen sollen, die leider nur selten hervorschimmert. Und genau das ist bei einem Film mit dieser Thematik mehr als schade. Stattdessen bekomme ich das kalte Grausen, als die blonde Ärztin auftaucht und es zwischen ihr und Pater Merrin knistert (kommt denn nahezu kein Film mehr ohne Love Story aus? hätte denn hier nicht einfach mal eine dicke Krankenschwester ausgereicht?).
Der Film schleppt sich von einer satanischen Szene (ui, toll, umgedrehte Kreuze…) zur nächsten und langweilt mehr, als er unterhält. Nein, so stelle ich mir keinen guten Horrorfilm vor. Gespannt bin ich jedoch noch auf die Schrader-Version, die wohl auf DVD erscheinen soll. Ansonsten fällt mir nur noch eins ein: Das Exorzisten-Thema hätte gleich nach dem Original wieder zu Grabe getragen werden müssen…