Review

Nach „Dominion" habe ich nun auch „Exorcist: The Beginning" gesehen und muss sagen, dass ich nach wie vor doch sehr enttäuscht bin. War Ersterer ein eher langweiliges Charakterdrama, vermag Letzterer auch durch seine zahlreichen Effekte nicht zu überzeugen. Angesichts der Querelen in der Entstehungsgeschichte beider Filme erscheint es ohnehin als Wunder, dass wir das Endprodukt im Kino bewundern durften.

Die Story beider Filme sind beinahe identisch: Vater Merrin (Stellan Skarsgârd) ist nach einer schrecklichen Begebenheit im 2. Weltkrieg vom Glauben abgekommen und wird für die Ausgrabung einer byzantinischen Kirche nach Ostafrika delegiert. Dort angekommen wird ihm und den Eingeborenen bald klar, dass sie eine Pforte zur Hölle geöffnet haben...

Legte Paul Schrader, der Regisseur der „Dominion"-Fassung, mehr Wert auf die psychische Entwicklung der Figur des Vater Merrin, verkommt Renny Harlins „Exorcist: The Beginning" zum flachen Effektbrimborium mit wenig Tiefgang. Begonnen bei der Exposition auf dem Schlachtfeld mitten in der Wüste über übel zugerichtete Leichen und Kämpfe zwischen Eingeborenen und Militär - hier gibt es Blut und Action satt. Das peppte zwar den sonst eher behäbigen Film auf, sorgt für Nervenkitzel und Unterhaltung, verleiht ihm aber keine wirkliche Klasse - schon wenn man sich die mäßigen Computereffekte anschaut. Ein paar unnötige Längen sind geblieben, etwas mehr Spannung und Logik hätten dem etwas krude wirkenden Film gut getan. Ich erinnere an das etwas zu kurze - zumindest für mich - nicht nachvollziehbare Finale, als (ACHTUNG: SPOILER:) der böse Geist einfach mal so in verschiedene Menschen fährt. Atmosphärisch indes weiß „Exorcist: The Beginning" durchaus zu überzeugen: Düstere, potenziell unheilsschwangere Kulissen und zahlreiche Sequenzen im Halbdunkel sorgen dafür, dass wohlige Gruselstimmung aufkommt. Das Hirn sollte man dabei aber weitgehend ausgeschaltet lassen.

Fazit: Besser als „Dominion" ist „Exorcist: The Beginning" jedoch kein wirklich guter Film geworden. Effektreich und atmosphärisch dicht vermag der flache und etwas behäbige Spuk aber nicht das Erbe des Originalfilms von 1973 anzutreten. Vergleichsweise ordentliche Durchschnittsware im Horror-Genre - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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