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Mama or Not, Here They Come…

Eine schwangere Frau mit südamerikanischen Wurzeln befindet sich auf einer Art isolierten Kur mit weiteren werden, weißen Müttern. Und schnell zeichnen sich nicht nur rassistische und kulturelle Vorurteile und Gruseligkeiten ab, sondern auch nochmal wesentlich düsterere, grundlegendere und gefährlichere…

In Sekten schmeckten Insekten

Von den plötzlich bei Netflix aufgeploppten Kurzfilmen im Horrorgenre halte ich „Mama Retreat“ noch für den besten. Das heißt allerdings nichts, da die Qualität freundlich gesagt recht unterirdisch war in diesem bunten Pulk. Doch „Mama Retreat“ hat zumindest nette Ansätze. Neid, Eifersucht, Vergleiche, Vorwürfe, getarntes Gift, „gut gemeinte“ Ratschläge unter Müttern/Eltern - all das entspricht leider nicht der Seltenheit in der Realität. Da kann ich sogar mittlerweile aus eigener Erfahrung sprechen. Das ist traurig, aber leider wahr. Und so kann man auch diese überhöhten Alptraummomente aus diesem „Spa“ oder dieser Kur natürlich nachvollziehen. Dazu etwas schwarzer Humor und bescheuertes Mama-Yoga… Und doch reicht’s am Ende eben nicht für mehr als ein Augenzwinkern. Die Themen sind altbekannt. Die Klischees und das Ende sind vorhersehbar. Und allzu viel handwerklichen und handfesten Horror gibt’s nicht zu sehen. Weder Gore noch Blut oder echten Ekel darf keiner erwarten. Höchstens platzt hier und da mal eine Fruchtblase. Doch das war's auch schon. Reicht nicht. I'm sorry. Keine gänzliche filmische Fehlgeburt - aber leider flutscht's auch nicht wirklich… 

Fazit: das Thema der Angst um das (hier noch ungeborene) Baby bleibt eh und je akut, aktuell, nachvollziehbar. Ähnlich steht’s um Dinge wie Neid und seltsames Verhalten anderer (schwangerer) Frauen oder Mütter. Doch außer ein paar ungewollt komischer Momente ist „Mama Retreat“ nicht gerade ein Kurzfilm-Horror-Spa…

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