Van dammte Axt, der Jean-Claude dreht doch noch und verteidigt neuerdings die Natur. Oder zumindest den Garten unter dem er lebt. Regisseur und Co-Autor David Charhon („The Last Mercenary“ von 2021, ebenfalls mit van Damme) konnte dem Belgier eine weitgehend unterhaltsame Mischung aus Action, Thrill und Komödie auf den Leib schneidern und bis Frankreich ist es ja eh nur ein Katzensprung.
Politiker Serge (Michaël Youn) steht im Fadenkreuz einiger übler Gauner, die bereits einen von fünf Namen auf ihrer Todesliste streichen konnten. Nun belagern sie das Ferienhaus, in dem sich seine Frau, die Teenager-Tochter, die Haushälterin und ein Baby befinden. Gärtner Leo (van Damme) kümmert sich zwar mit Hingabe um das Naturgelände, doch als es um die empfindlichen Azaleen geht, wird auch der ziemlich sauer…
JVCD wollte seine Schauspielkarriere eigentlich 2022 beenden, doch der ewige Zickenkrieg mit Steven Seagal dürfte ihm vielleicht nicht nur Nerven sondern auch Geld gekostet haben.
Ein Taschengeld könnte bei einem Budget von rund zehn Millionen Euro zumindest drin gewesen sein, wobei ihm die Show eigentlich Youn stielt.
Dieser versucht sich an einer Kopie von Louis de Funès, was natürlich nach hinten losgeht, - selbst wenn man den feinen Bademantel binnen Sekunden in eine Wehrmachtsuniform eintauscht und sich vom eigenen Nachwuchs ins Gesicht kotzen lässt.
Comedy und Action beißen sich hier nicht gerade selten, obgleich es bereits in den ersten fünf Minuten voll auf die Glocke gibt, wenn auch nur auf dem begrenzten Raum eines Gartenhäuschens. Gartengeräte lassen sich unweigerlich und vielfältig zweckentfremden, weshalb es zu zahlreichen blutigen Einstichen und anderen obskuren Verletzungen kommt. Auch Efeu kann in bestimmten Momenten sehr nützlich sein, wohingegen die Wirkung einer Adrenalinspritze eher infrage gestellt werden darf.
Obgleich die bösen Wichte treffend besetzt sind, bleibt das Szenario Home Invasion eher spannungsarm. Irgendwann hat das unfreiwillige Heldenduo noch das Baby am Hals, während der Rest entweder schläft oder sich versöhnen muss, anstatt Fluchtversuche zu unternehmen.
Sobald dann wieder Action angesagt ist, wundert man sich zwar ein wenig über die ständige Vogelperspektive, doch der 1960 geborene van Damme befindet sich nahezu in Hochform, was speziell die letzten zehn Minuten untermauern.
Beweglichkeit und Tempo sind überdies das Zugpferd der Chose, denn mit langen Reden hält sich berufsbedingt nur der Politiker auf. Zwar verpuffen einige Versuche eingestreuten Humors und trotz eines gut getimten Was-wäre-wenn-Szenarios mangelt es ein wenig an kreativer Situationskomik. Insgesamt überrascht die Härte einiger Gewalteinlagen, während darstellerisch wenig zu bemängeln ist, - sogar van Damme gibt sich sichtlich Mühe, als er über ein Trauma spricht. Ein gutes Zeichen ist zumindest, dass die Laufzeit von 110 Minuten keine lahmen Lückenfüller enthält und man aufgrund der gut verteilten Action bei der Stange bleibt.
6 von 10