Nach The Gardener (2021) und Master Gardener (2022) die zeitnah dritte Verkörperung und Zeichnung eines bis dahin eher untergegangenen oder auch belächelten Berufsbildes, ehedem durch Robert Bronzi und Joel Edgerton und nicht minder prominent durch Jean-Claude Van Damme porträtiert, diesmal in einer als Actionkomödie titulierten Situation, als Retter eines Mannes und einer ganzen Nation. Der Belgier dabei hier erneut und abermals im Einzelkämpfermodus, erst in scheinbarer Tarnung und dann umso direkter, den grünen Daumen der Rache vollzogen und die Wandlung dahin präsentiert, die Geschehnisse als filmtechnische Weiterführung vom als misslungen geltenden The Last Mercenary (2021) europäisch und wie folgt angelegt:
Der niederrangige Politiker Serge Shuster [ Michaël Youn ] befindet sich eines Tages und mitten im Urlaub auf dem Landsitz auf der Todesliste des Premierminister und damit als Ziel abgesandter Schergen um Phoebus [ Jérôme Le Banner ], Esmeralda [ Matthias Quiviger ] und Quasimodo [ Kaaris ] wieder, was auch seine Familie wie die Ehefrau Mia [ Nawell Madani ], die Tochter Alice [ Poqssi ] und sein Neugeborenes in Gefahr bringt. Zum Glück für ihn und seine Lieben gibt es noch den Gärtner Leo [ Jean-Claude Van Damme ], der wieder Ordnung in sein Terrain bringt.
Erst ein behagliches Bild, ein formvollendeter Garten in einer größeren Außenanlage, das Eindringen von Sturmtruppen in das anschließende Wohnhaus, auf Effekt gehalten und Bedrohung gemacht, nur kurz allerdings, eine Flucht vor den Waffen, ein scheinbares Schachmatt. Die Geschichte von hinten begonnen, "Wissen Sie, wie lange ich für dieses Beet gebraucht habe?", ein "Sechs Stunden zuvor" dargereicht, die Prämisse am Kommen, die ersten entstellten Toten schon gezeigt. Dabei wurden auch schon Kampfszenen eingespeist, etwas steif gehandhabt, dafür blutiger Natur auch, keine Gefangenen gemacht, mit allerlei Werkzeugen hantiert und Körperlichkeit, die Choreografie seitlängs und aus der Vogelperspektive eingefangen, das Intro dann eingefügt, die humoristische Akzeptanz.
Der niedere Witz dabei im Vorschein, die Idee durchaus mit Interesse und Aufmerksamkeit gereizt, allerdings eher für einen längeren Sketch ausgestattet und nicht die volle Laufzeit. Gestreckt wird es demnach mit einer zweiten Hauptperson, einem Ziel im Fokus, mit französischen Klamauk, mit einem Versehen und einer Verlässlichkeit, mit einer gestalteten Operation, mit Einfachheit statt Komplexität und mit störenden Ehefrauen, ein brauner Umschlag mit einer Todesliste in den falschen Händen, mit einer ahnungslosen Familie und eben ihrem Gärtner. Gestaltet ist dies in durchaus attraktiven Bildern, mit raschen Andeutungen des noch Verborgenen und eventuell Mysteriösen, mit Unkraut im Garten und Bedrohungen von außen, "Die Erwachsenen reden.", mit bösen Bösewichten und dem allzeit bereiten Guten. Von der Stadt auf das Lande, von den Straßen und dem Asphalt zum Gras und frisch gedüngten Boden, von den Hochhausschluchten in das grüne Labyrinth, zwei Einsatzgruppen vor Ort, die Todesengel schwingen.
Die Spannung recht mäßig, immerhin wird fleißig geschnippelt und gehäckselt und gedrechselt, kein richtiger Aufbau, sich aber darum bemüht, Van Damme naturell im Fokus des Geschehens und auch einziger Grund für das Produzieren und das Marketing, leider eine komödiantische Art hier vollzogen, keinen Actionthriller trotz aller Optionen darauf und auch den violenten Ausschweifungen im Ansinnen. "Ich hab das Gefühl, es wird ein wunderschönes Wochenende.", die Bilder durch Thierry Arbogast ab und zu attraktiv, nicht geringfügiger als die letzten Van Dammschen Erzählungen um Töte sie! 2 (2024) und Born to Kill (2024) angelegt, eher noch voluminöser, leicht teurer gestellt und ausschweifender exekutiert, die Belagerung beizeiten und das Angreifen und Verteidigen all der Beteiligten. Verhalten sind dabei die Pointen, martialisch das Vorgehen, dann vielerseits und vielerarts Wiederholungen, etwas Spiel mit Blickwinkeln und Kamerapositionen, ein vorgeblicher und nicht spürbarer und nicht weitergegebener Adrenalinstoß.
So wird sich erst heimlich durch das (Studio)Dickicht herangepirscht und durch die Gegend geschlichen, sich hinter Mobiliar versteckt und die Feinde umgangen, später die Konfrontation und die Aktion gegen die Invasoren. Van Damme selber spielt als nahezu einziger Berechtigungsgrund des Ganzen dabei so wie immer, hier ein muskelbepacktes und gestähltes Naturtalent mit ausgeprägten und jahrelang antrainierten Fähigkeiten, "Das Leben ihrer Familie hängt von einem ab. Das bin ich.", sein unfreiwilliger Kompagnon und Schutzbefohlener ebenso beliebig wie die mörderischen Spezialeinheiten; ein Agieren mit Gartenschere, Pflanzenschaufel, Sichel und Rechen, mit Azalee, Kaktus und Efeu gegen die schusswaffenbewehrten Uniformierten, inszeniert mit mancherlei arterientreffenden Blutfontänen und angedroht niederen Gross-out Humor, der manchmal zündet und meist eher nicht. Eine eigentlich familienfreundliche Umgebung, wäre die Opferzahl nicht so groß, die Gewalttaten wie derbe Kehlenschnitte (bei auch Unschuldigen und eigentlich komplett Unbeteiligten) plus Extremitäten abgetrennt nicht so überraschend ausfallend, und nicht mittig noch ein Trauma als Offenbarung inkludiert, ein insgesamt doch mehr fehlgeleitetes Wesen, eine faule Ernte, dessen Saatgut leider nicht aufgeht oder nur elend.