Review

Timothée Chalamet spielt Bob Dylan

Zwanzig Jahre nach dem starken und wegweisenden "Walk the Line" kehrt James Mangold zum Biopic zurück - und lässt den Jungstar der Stunde in die abgewetzten Schuhe von niemand Geringerem als Bob Dylan schlüpfen...

Slow Train Coming

Nachdem James Mangold mit dem fünften Indiana Jones weder den erwünschten Erfolg noch die erhoffte Qualität erreichen konnte, kehrt er in sanfteres, gewohnteres Territorium zurück - und macht mit diesem Bob Dylan-Biopic sehr wenig falsch. Allerdings reißt er mich jetzt auch nicht vom Stuhl. Ganz im Gegenteil. Eher schlafen mir die Füße ein während sie im Takt wippen. Komisches Gefühl. Dabei gibt Chalamet alles (selbst wenn er Dylan für mich immer spielt, nie wird!), dabei sind einige Songs und Nummern absolut gänsehaut, dabei wird die Epoche famos eingefangen und für über zwei Stunden geht alles gut durch. Vor allem wie zu erwarten durch ein paar grandiose Lieder und Gesangseinlagen - übrigens nicht nur von Dylan selbst! Man spürt, dass Chalamet was an der Rolle, dem Mann und dem Musiker lag. Man spürt, dass Mangold hier in seinem Element und ein Könner ist. Man spürt, dass hinter dieser Legende noch viel steckt, dass man auch nach den zwei Stunden nie auch nur ansatzweise greifen und beziffern kann. Ein Genie und Fragezeichen zugleich. Der Titel passt also auch. Und trotzdem komme ich am Ende um das Gefühl nicht rum, dass ich mit ein oder zwei Platten oder einem Konzertmitschnitt von ihm von damals wohl mindestens genauso viel Gänsehaut und Erkenntnis bekommen hätte... 

Fazit: Dylan bleibt ein Mysterium, Chalamet bleibt der heiße Scheiß, die Musik bleibt magisch und James Mangold bleibt stark in dem Sujet und im Einfangen der damaligen Zeit... Was soll man daran nicht mögen?! Etwas langweilig und schablonenhaft ist's aber schon. Vielleicht hat man von Ray Charles bis eben Johnny Cash einfach auch schon zu viel Ähnliches in dieser Form gesehen. 

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