Boulder, Colorado: Die True-Crime-Fanatikerin Eva Vaughn, deren achtjährige Beziehung zu dem Polizisten Jake vor einigen Monaten in die Brüche gegangen ist, wird von ihren Freundinnen angestachelt, sich einen neuen Boyfriend oder zumindest einen netten One-Night-Stand zu suchen, weswegen ihre Schwester Valerie ihr auf die Schnelle ein Profil auf einer Dating-App zusammenbastelt. Kurz darauf hat Eva tatsächlich schon mehrere Typen an der Angel: Den Barkeeper Mitch, den Alarmanlagen-Installateur Norman - der allerdings lieber Forensiker wäre - sowie ihren alten Mitschüler Kyle, der sich per Internet bei ihr meldet. Dummerweise macht seit geraumer Zeit allerdings auch der "Swipe Right Killer" die Stadt unsicher, der Single-Frauen meuchelt, die auf Dating-Apps aktiv sind... und für Eva mehren sich zunehmend die Indizien darauf, dass es sich bei jedem ihrer drei Verehrer durchaus um den gesuchten Serienmörder handeln könnte... "F*** Mary Kill" (der sich im Titel noch züchtig gibt und das beanstandenswerte Wort zensiert, in den Dialogen aber mal eher kein Blatt vor den Mund nimmt... go figure!) kommt einem vor wie eine zeitgenössische Version von "Liebling hältst du mal die Axt" für beziehungsunfähige Millennials, denn die Gemeinsamkeiten zu dem besagten 1993er-Mike Myers-Vehikel sind da doch bestechend: Hier wie dort ist die Thriller-Handlung nämlich nur Staffage für viele ziemlich seichte Witze und das Ganze im Endergebnis wie anno dazumal ebenso nur ein Komödchen ohne jeden Tiefgang. Okay, dank seines recht flotten Erzähltempos schneidet Laura Murphys Streifen im direkten Vergleich dann aber doch ein wenig besser ab, zumal das alles ja auch nicht wie damals gänzlich zu einer reinen Personality-Show eines gerade angesagten Komikers gerät und zumindest der Eindruck erweckt wird, als wäre die Frage nach der Identität des "Swipe Right Killers" hier tatsächlich von Belang. Die Genre-Aspekte der Geschichte hätten demnach besser und vor allem auch spannender gehändelt werden können, aber zumindest sorgen die akzeptablen Darsteller dafür, dass man sich - trotz einer insgesamt nur als schmucklos zu bezeichnenden Inszenierung - zumindest nicht bis zum rettenden Abspann durchquälen muss. Der gegebene, solide Unterhaltungswert rettet "F*** Marry Kill" demnach den Arsch und wenn man sich zudem vor Augen hält, dass Buzzfeed (das Krebsgeschwür des Internets!) hier produziert hat, hätte das Ergebnis auch allemal schlimmer ausfallen können...! Fazit: Weitestgehend harmlos, ziemlich gefällig, im Anschluss wieder schnell vergessen. Und die alleinstehenden Bräute mit True-Crime-Fimmel sind mittlerweile wohl die Crazy-Old-Cat-Ladies des 21. Jahrhunderts...!
6/10