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Eins vorweg: Ich verehre Dominik Graf und seinen einzigartigen Stil! Auch dieses Polizeiruf-Gespann macht mir Spaß: die wunderbare Johanna Wokalek, die mit ihrer naiv-charmanten Art wohl eine einzigartige Ermittlerin ist und auch ihr Sidekick, den man ja als Metzger aus den Eberhofer-Filmen kennt. Nach holprigem ersten und atmosphärisch gelungenem zweitem Fall, nun also ein neuer Graf! Leider wurde ich etwas enttäuscht. Der Erzählstil enthält zwar typische Graf-Elemente, er probiert aber auch neue Sachen aus, die nicht so ganz harmonieren. So finde ich das Intro ziemlich misslungen, das Ende dann aber wieder meisterhaft. Darstellerisch ist das alles super, inhaltlich jedoch völlig absurd.

Und nun muss ich SPOILERN:

Die Tatsache, dass sich die sonst so korrekte Ermittlerin in der Villa des vermeintlichen Bösewichts einschliessen lässt, um Beweise zu erlangen, ist ja mehr als unlogisch und auch unrealistisch. Durfte sie die erste Genprobe aus juristischen Gründen nicht verwenden, beschafft sie sich jetzt auf ebenso illegale Art. Unglaublich clever! Was dann aber folgt, ist an Blödheit kaum zu überbieten! Überwältigung und Fesselung des Verdächtigen, bis die illegal beschaffte und sowieso nicht verwertbare Genprobe analysiert ist. Für sowas geht man bekanntlich direkt in den Knast. Jedoch nicht hier, denn das vermeintliche Ober-Arschloch entpuppt sich plötzlich als überaus liebenswerter Zeitgenosse, dem seine stundenlange Fesselung so gar nichts mehr ausmacht. Kurz darauf Demaskierung des wahren Täters, den der geübte Krimikenner schon ab Sekunde 1 als Täter ausgemacht hat. Welch Überraschung!

Grafs Filme haben oft surreal anmutende Aspekte, hier jedoch ist das Drehbuch einfach nur schwachsinnig und das zerstört einen sonst gar nicht mal so üblen Film. Schade!

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