Ein deutscher Amateurfilm, der wiedermal zeigt, weshalb diese Abteilung der Filmgeschichte nicht grad besonders angesehen ist. Die "Handlung" dreht sich um einen Kerl, der so wahnsinnig interessante Sachen macht wie Zigaretten kaufen, auf den Friedhof oder ins Restaurant gehen oder seine Ex-Freundin heimlich beobachten. Der Aufhänger: Ab und an hilft er einem Kumpel dabei, Leute um die Ecke zu bringen und taucht immer mehr in den Wahnsinn ab.
So was ähnliches wie eine dramaturgisch nachvollziehbare Story sucht man also vergebens, stattdessen passiert vorzugweise nichts. Dass das Ding trotz seinem eklatanten Mangel an Geschichte immerhin achtzig Minuten dauert, verdanken wir Freund Zeitschinder: Ja, MURDERER TALE ist einer dieser Filme, die so unglaublich spannende Ereignisse wie "laufen von A nach B", "mit dem Auto herumfahren" oder "blöd in der Gegend herumstehen" ewig lange zelebrieren, weil die Laufzeit schliesslich auf Teufel komm raus aufgeblasen werden muss. Langeweile, ick hör dir trapsen...Da helfen auch die Voice-Over-Kommentare der Hauptfigur, die vor allem aus dummen Sprüchen a la "Jeden Tag wählen wir zwischen Leben und Tod" oder (sinngemäss) "Jeder Mensch ist eine Insel" bestehen, oder die unbeholfenen und sinnfreien Abstecher ins Surrealistische nicht. Irgendwie tiefsinnig wird das Ganze zu keiner Sekunde, der Gipfel von Charakterisation oder Motivationserkundung sind ein paar willkürlich dahingeworfene Allgemeinplätze und Nietzsche-Zitate.
Gedreht wurde wohl digital, sieht nicht grad zum Weinen schön aus; Kameraführung ist amateurfilmüblich statisch oder verwackelt, aber nicht allzu schlimm, ab und zu gibt es billige Videoeffekte oder versucht man sich an "Kreischsequenzen", wie man sie manchmal in Horrorfilmen findet: Schnelle Schnittfolgen, Einstellungs"blitze" oder hochgespeedete Kamerafahrten, plus Aufdrehen der Tonspur, bis die Ohren schmerzen. Kommt hier sehr nervig. Ansonsten hat man sich mit dem Tondesign zumindest Mühe gegeben, die Filmmusik kann sich auch hören lassen, die Schauspieler machen sich nicht allzu lächerlich, zumindest solange sie nicht irgendwelche Gefühlsregungen darstellen müssen (dann wird's aber meist peinlich).
Insgesamt ist MURDERER TALES aber eine weitere Totgeburt aus der Amateurfilmsparte, langweilig, unspektakulär und schlecht inszeniert, dafür aber extrem selbstüberschätzend. Der pseudointellektuelle Audiokommentar des Regisseurs ist jedenfalls Realsatire pur.
Übrigens: Auch die Splatterfans werden hieran wenig Freude haben, das bisschen Kunstblut ist kaum der Rede wert.