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Actionthriller als Bereitstellung für die Online-Auswertung und die des Heimvideomarktes, (K)eine einheimische Produktion mit dem Blick auf das Festland, entsprechend die Besetzung mit "Laughing Gor" Michael Tse, der durch zahlreiche Serien/Filme um seinen gleichnamigen Undercover-Cop und ähnliche bereit stehenden Werken um 72 Hour Gold Operation (2023) oder Anti Racing Action (2021) auch im chinesischen Festland Fuß gefasst hat, auch das weitere Casting erschöpft sich eher den Darsteller der kleinen Mattscheibe als des Kinos, bekannte Gesichter von nah und fern. Eröffnen tut man dabei stilecht, nach einer Aufzählung zahlreicher Firmen auch vom Mutterland und vielerlei dortiger Bereitschaft, mit einer Kooperation nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera, mit einem Gang in das Ausland als Übel des Bösen, speziell hier in das Königreich der Drogen, Thailand, dem Goldenen Dreieck als Hort der Verbrechen, diesmal kein Fantasiestaat, sondern ein reales Land. Muay Thai Kämpfe auf der einen Seite, polizeiliche Überwachung und Maßnahmen auf der anderen, eine anstehende Operation mit viel angestrebter Veränderung:

Bei einer gemeinsam geplanten Operation gegen das lokale Drogenkartell wird statt des erhofften Erfolges aufgrund mehrerer Toten und Verletzte eher eine Niederlage eingefahren, zudem macht man Verluste auch in der näher gelegenen Mannschaft wie A Feng [ Jerry lamb ] und A Tang [ Jason Chu ], was die beiden amtierenden Polizisten Lao Mi [ Michael Tse ] und Chen Tai-Hua [ Jordan Chan ] wegen ihrer unterschiedlichen Ansichten zum Fiasko noch weiter auseinander treibt. Einzeln machen sie sich auf die Suche nach dem alles auslösenden Fehler in der Handlungskette und dem Beseitigen des Drogenbarons Kunpo [ Paul Chun Pui ], zuweilen unterstützt durch die jungen Kollegin Guan LeYi [ Feng Mengmeng ]; während der Verbrecherkönig plötzlich gegenüber seiner rechten Hand Lei Yousan [ Sun Wei ] misstrauisch wird. Der korrupte Polizist Jau Deui [ Liu Ganlin ], der Drogensüchtige Sam [ Alex Lam ] und Narcotics Sqaud Leader Loui Dei [ Li Pizhong ] machen die zunehmend eruptive Situation nur noch brenzliger, zumal Kunpu seinen Auftragskiller Gouya [ German Cheung ] auf die lauernde Meute losschickt.

Eine Vorbereitung für das SWAT-Team, mit Einschleusen in die kriminelle Welt, einem Untertauchen bei Vertreibern und Kunden, einem Auschecken der Lage, Reportage an die Hinterleute und die da oben. Schnelle Herangehensweisen eingangs, stramme Schnitte und voran eilender Rhythmus, dazu Verlockung und Verführung in den Bildern und auf der Tonspur, rascher Ärger mit der hiesigen Bevölkerung, eine Aufforderung zum Kampf und entsprechende Konfrontation. Eine Warnung wird ausgesprochen, furchtlose Hüter des Gesetzes treffen in der finalen Regiearbeit von Wilson Chin (2020 verstorben) auf gleichwertig gefährlichen Abschaum; ein steter Kampf der Polizei gegen die Bedrohung der Verbrecher, rasches Eingreifen und Ausschalten der gesichtslosen SWAT, Schüsse ertönen und Menschen fallen im Kugelhagel, ein Hinterhalt findet statt. Das Munitionsfeuer und einiges an Trefferwirkung dabei aus dem Computer, nicht gänzlich ohne Stunts und nicht gänzlich ohne Wirkung. Chin hat zuvor u.a. das Update und die Modernisierung und Art Fortsetzung der Inspector Wears Skirts (ab 1988) – Reihe mit Special Female Force (2016) gedreht, er ist eher ungewöhnlich für das Genre, aber nicht gänzlich unerfahren und nicht gänzlich unschuldig, er weiß um präzise Einstellungen und das Hervorheben optischer Ereignisse und Auffälligkeiten, sich sonst in Lan Kwai Fong (2011/12/13) und Co. auslebend. Hier in der Form eines B-Picture in der Gattung Crime respektive Action sich der Geschichte nähernd, aufgrund der Herkunft alles etwas dünn gehalten, aber nicht gänzlich falsch und nicht gänzlich verkehrt, ein aggressives bis progressives Vorgehen, kurz gehalten und den Neunzigminüter nicht weiter ausdehnend. Teilweise blutig, dann wieder steril und aseptisch und auf visuelle Tricks zurückgreifend, interessant in der aktiven Fortbewegung, in Explosiva und Tod und Dramatik, eine Flucht nach vorn mit Herangreifen von Moderne und Tradition. Gleichermaßen aktuell wie in Nostalgie durch die Anwesenheit eines Teils des Young & Dangerous Teams (ab 1996) gehalten, gerade durch die in der VRC populären Tse und speziell und Chan auch zu kleiner Reichweite gelangend.

Narrativ dabei erst die Fatalität und dann das Umgehen damit, falsche Hinweise und ein Verdacht und dem Ausschalten dessen, die gescheiterte Mission, die neue Erprobung auf dem Schießstand, die Kür und Pflicht nach dem Trockentraining; bekannte Zutaten und die ebensolche Führung. Schüsse und eifrige Munitionswechsel in Bild und Ton, ein Zwiespalt in der personellen Konstellation, ein "aftermath" und eine bemühte Fortsetzung. Impulsivität und Routine gleichermaßen, ein rauer Umgangston, Fragen und Antworten, eine fortschreitende Auseinandersetzung mit dem Grauen da draußen in der (filmischen) Welt, das Augenmerk gleich auf mehrere Schwerpunkte und Darsteller, auf Freundschaft und Misstrauen bis hin zur Feindschaft gesetzt. Ein erstes Opferverhalten und operativer Misserfolg mit einschneidenden Veränderungen bei allen Beteiligten, Chan dabei etwas ruhiger gesetzt als in seinen anderen online vertriebenen Werken wie Hit Team (2022), Back on the Society (2021) oder Infernal Storm (2021), kein Zögern und Zaudern dennoch, sondern Hot Blood Burning, getreu der rapiden Devise.

Das HK-Kino in der entsprechenden filmischen Gattung dabei derzeit nonexistent bis lauernd und wartend in der Vorbereitung, nach zuvorgehend auch Erfolgen gerade im chinesischen und damit größeren bis viele Millionen Zuschauern und volle Kassen garantierend Markt seit einigen Jahren in der Regression befindlichen und nicht der filmischen Illusion und Inflation, neuerdings (seit bestimmt 2022) mit Rückgang beim Zuspruch des Publikums. Auf andere Medien ausgewichen ist die Bereitschaft, wird die schwindende Nachfrage durch TV-Serien abgedeckt und durch die großen landeseigenen Streamingdienste, die sich teilweise (wie in Striking Rescue mit Tony Jaa oder der kommende Wings of Dread mit Iko Uwais) nun auch dem westlichen Konsumenten und dessen Sehverhalten nähern wollen, hier als (verspätet erschienenes) Einzelstück in der Distribution. In näherer Betrachtung interessant ist dabei die Annäherung an die sich umstellenden Gepflogenheiten, wird sich mit den Themen von Loyalität, Vertrauen, Kumpanei im Cops VS Robbers Areal und dem Widersetzen der Individuen in und gegen die Masse beschäftigt, mit Tse und Chan in der figürlichen Sperrspitze und so dem erweiterten Blick der Kamera, die ihre Übersicht bewahrt und ihre kleine Attraktivität. Hilfe wird dabei gesucht und angeboten, auch Alleingänge und Einzelaktionen, wird sich bei Informanten und anderen 'Maulwürfen' bedient, plus Erinnerungsfetzen und zeitlupenreichen Rückblenden. Die hier gezeigte Welt dabei eher der Rückzugsort und Untergrund plus Bürokratie im Wesen, im Polizeibereich noch alles streng nach Vorschrift und alles in Ordnung. Warnungen werden ausgesprochen und entweder ignoriert oder in das Gegenteil umgekehrt, wobei der Film leichte Mühen hat in der eindeutigen Identifizierung, er wirkt zuweilen wie ein Zusammenschnitt aus einem größer und vor allem breiter angelegten, eventuell gar seriellen Projekt, es gab Nachvollziehareres wie bspw.dem The Infernal Walker (2020, auch mit Tse), hier wird eher auf kinetische Momente wie eine Verfolgungsjagd auf dem Fluss und vorheriges und nachwirkendes Gerangel auf den Schnellbooten und dem Fischmarkt geblickt. Eine gewisse Steifheit der Bilder lässt sich trotz einigem Kamergewackel, der finalen Zielgeraden mit der zweiseitigen, bleireichen und auch blutigen Belagerung der Gangsterhochburg, einem Dreikampf im Parkhaus und dem bemühten Druck auf das Gaspedal nicht verhindern, eine Art ferngesteuerte, gleichzeitig holpernde und stolpernde Unruhe im filmischen Wesen.

Tse spielt wie in seinen Serien, er wirkt mehr in der Querverbindung seiner gewohnten Rollen, eine bisweilen hüftsteife Nachahmung, ein "don't know what to do", mit Wechselhaften in der Führung. Etwas blässlich in der Optik, nicht übertrieben bunt, sondern eher der ausgewaschen wirkenden Ausdrucksweise angelegt, auf der Suche nach dem Zurück und dem Zuvor sowie dem Weitermachen bisheriger Konstanten, mit Unterstützung durch schauspielerische Urgesteine wie Paul Chun Pui. Ein Treiben in der allgemeinen Ganovenwelt, ob nun kleiner durch Trickbetrüger auf der Straße oder dem größeren Triadenumfeld, mit Überraschungen und Lücken und Fassaden und Oberflachheiten hantierend und so Interpretationsmöglichkeiten und Hineindenken von Lösungen bestickt. Statisterie ist dabei genug vorhanden, auch mal das Lösen von den Bildern, dem Zuhören vorgetragener Textarbeit, Dialoge dem Genre vertrauend und den Klischees gehorchend. Ein Zwischensnack für die wartende und darbende Klientel, den Fanatismen und den Liebhabern des früheren und nunmehr andere Prioritäten anstrebenden HK-Kinos gleichzeitig verbindenden Mittelstücks, nicht gänzlich ausgereift, sondern eher in der Größe und dem Wachstum begrenzt. Actionszenen hat man nach der Eröffnung, einer Veranstaltung auf dem Schießstand und einer Einheit kurz vor Beendigung des ersten Drittels etwas reduziert, das große Geld wird die klammheimlich angelegte Produktion trotz vieler Unterstützer bzw. Firmen im Einzelnen nicht gehabt haben, in der Masse untergehend und gleichzeitig nur beim Willen des Sehenden hervorscheinend. Der anhaltende Drogenkrieg und der bevorstehende Rückzug einer der Führungsfiguren im Milieu macht noch Radau bei weiteren kinetischen Versatzstücken wie der Erstürmung eines Hauses und der anschließenden Flucht über die Dächer und den Erdboden, der Hetzjagd zwischen Auto und den Schergen auf einem Motorrad, etwas Kollision aller Beteiligten, was im Übrigen ganz gut aussieht und die alten Motive der Inszenierung Marke HK-typisch zumindest bemüht, die Umsetzung halbseidener Fortbewegung und Auseinandersetzung, vom helllichten Tage angefangen bis tief in die Nacht hinein, verworren im Ausdruck und Rhythmus, ein verquerer Schrein, ein Schnipsel aus Einzelteilen, ein puzzleartiges "continue to combat crime."

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