Bei " Red Iron Road " handelt es sich um eine Webserie ( ich habe sie allerdings als " zusammengeschnittenen " Film gesehen , wobei wohl eine siebte Folge nicht enthalten war ) ganz im Stile eines " Love , Death & Robots " . Tatsächlich würde es wohl kaum jemandem aufgefallen sein , wenn man die Folgen in das bekanntere Pendant hineingepackt hätte , außer , dass die Geschichten auffallend viele osteuropäische Bezüge aufweisen . So spielen die Filme mal in Petrograd , in Serbien oder wohl auch mal Moskau und wenn dem nicht so ( klar ) ist , dann sind die Namen von Orten oder Personen eben aus dieser Gegend . Kein Wunder , handelt es sich doch anscheinend um eine kanadisch / moldawische ( !!! ) Produktion , die sich Kurzgeschichten bekannterer und unbekannterer Schriftsteller aus dieser Region angenommen hat .
Enthält folgende Geschichten :
1. Im 19. Jahrhundert reitet ein Diplomat auf einer wichtigen Mission durch die verschneite , serbische Wildnis . Als er bei einer Familie im Wald unterkommt , wird diese von ihrem Vater attackiert , der sich in einen Vurdalak verwandelt hat ... Kurze Belagerung mit einem " Held " , der an Johnny Depp in " Sleepy Hollow " denken lässt , im Stil klassischer 80er/90er Jahre Animation . Erinnert auch an " Fürst der Dämonen " mit Jason Flemyng ...
2. In einer nahen , totalitären Zukunft , in der wohl niemand lächelt , hängt der Sohn eines Mannes in einem virtuellen Spiel fest , das ihm seine Seele raubt und ihn in einen NPC zu verwandeln droht . Der Vater versucht alles um ihn zu retten , doch dafür braucht man Credits ... Mischung aus Gorillaz Video ( die Realität ) und 3 D Videospiel ( das Spiel ) mit einiger Kritik an den Mechanismen von " Casual Video Games " ( blinkende Belohnungen ohne Sinn , looten & Leveln ) ...
3. In Petrograd im Jahr 1920 herrscht Hunger und Elend . Die Tochter eines Rattenfängers entdeckt , gemeinsam mit einem jungen Revolutionär , eine Verschwörung von sprechenden , menschengroßen Ratten , die einen Befreier heraufbeschwören . Gemeinsam müssen Tochter , Vater und junger Mann gegen einen Ansturm der Riesenratten und ihres Befreiers ankämpfen ... Erinnert an die " Rick & Morty " Folge , in der Rick sich als Gurke gegen einen Haufen Ratten erwehren muss ...
4. Die Geschichte von Adrian , der vom einfachen Totengräber zum Besitzer eines Beerdigungsinstituts aufsteigt und von den snobistischen Besitzern der Nachbarsläden zu einem Festmahl eingeladen wird . Dann erheben sich seine ehemaligen Kunden ... Im Stile eines ( sowjetischen ??? ) 1970 Jahre Trickfilms mit ausgeschnittenen ( ??? ) Figuren - Tim Burton würd´s gefallen ...
5. In einer apokalyptischen Zukunft zieht ein Kriegszug fanatischer , männlicher Ritter nach einer Plünderung und einem Massaker an Mutanten durch die Wüste in Richtung Heimat . Auf dem Rückweg werden sie von weiblichen Mutanten und ein paar Monstern in einem Tunnel niedergemacht ... Erinnert frappierend an " Heavy Metal " und könnte aus besagtem klassischen Animationsfilm stammen - fehlt nur noch der Loc Nar ...
6. In Zukunft liegen die reichen Riesenstädte hinter gigantischen Mauern . Um die Bevölkerung auf dem Land , das ständig von dichtem grünen Nebel verhüllt ist , auch zu versorgen , schickt die Regierung Züge mit Nahrung dorthin . Ein Haufen Reporter , ein Rapper und ein paar andere Promis erfahren bald mit welchem Fleisch die Bevölkerung beliefert wird ... bemüht realistischer Stil , der ein wenig so aussieht , als habe man real gedrehte Bilder abgepaust ...
Fazit : So richtig begeistern kann ich mich für Kurzfilme eigentlich generell selten . Inzwischen gibt es auch viel zu viele , die irgendwie ganz gut gemacht sind oder ungewöhnliche Grundideen oder Atmosphäre aufweisen , doch meist fehlt das , was Langfilme ( im besten Fall ) ausmacht - Charaktere , bei denen man mitfiebert , und interessant erzählte Geschichten . Wer aber " Heavy Metal " oder " Love , Death & Robots " gerne sieht , sollte hiermit eigentlich kaum etwas falsch machen können . Zumal die Filme mit jeweils 10 bis 20 Minuten nicht zu lang geworden sind ...