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Mütter, Magie & Manie

Regisseurin Elizabeth Sankey gibt mit dieser "Horror"-Doku auf MUBI einen zutiefst persönlichen Einblick in ihr Seelenleben, in ihre postnatalen Störungen und setzt diese vor allem in den Bezug zu... Hexen. Hexen aus der Geschichte, vor allem aus der Filmgeschichte und unseren strengen Blick auf sie als Teile der weiblichen Natur und DNA und ihrem Gesellschaftsbild. Interessanter Ansatz über den man diskutieren kann, der einem nah geht. Aber vor allem die Umsetzung ist stark. Sehr stark. Emotional und packend. Atemlos. Schutzlos. Künstlerisch mit den vielen Filmausschnitten wahnsinnig konsequent, flott und hübsch. Aber vor allem unter der Haube mit einer Menge zu sagen und beklagen...

From Salem With(out) Love

Düster. Depressiv. Magisch. Mütterlich. Genauso über die Regisseurin selbst wie über filmhistorische Hexen, Magierinnen, Zauberinnen. Frauen. Zwischen Fluch und Segen. Zwischen Scheiterhaufen und Mutter Gottes. Zwischen Busen, Besen und Babymord. Starke Kombi. Hat mich gepackt, fasziniert, berührt. Baby Blues und Hexenkuss. Mutterterror und Gesellschaftshorror. Visualisiert durch Hexen in grün und hübsch, in schrumpelig und sexy, in rebellisch und hungrig, in traurig und instinktiv, mit allen Warzen, Wunden, Narben, Augenringen und dem Kummer. Eine wirklich empfehlenswerte Doku und Aufarbeitung - für Filmfans, für Horrorfans, vor allem aber für Frauen und Mütter. Ein gigantisches Geflecht. Mehr als nur Mütter und Menschen, die ihre Seele offenbaren. Das geht unter die Haut wie ein potenter Zauberspruch.

Fazit: interessante, intime gesellschaftspolitische wie filmische Connections zwischen Hexen, Frauen, Mutterschaft, Depressionen, Wahnsinn und Filmhistorie. Audiovisuell eine Gedicht, eine hypnotische Collage. Persönlich und lehrreich. Beruhigend und beunruhigend zugleich.





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