Review

Staffel 1

Eine weitere Serie aus dem „Star Wars“-Franchise ist inzwischen für mich kein Grund mehr zum Jubeln. Der Disney-Konzern hat die Marke schon derart ausgeschlachtet und mit ihr seine Plattform sowie weitere mediale Formen bedient, dass jede neue Ankündigung zwar zur Kenntnis genommen und irgendwann gesichtet wird, sich das Gefühl des Besonderen aber schon lange nicht mehr im Vorfeld einstellt. Soviel zum Thema „alter Fan mault rum“.

Auch „Skeleton Crew“ platziert sich nicht so richtig weit oben, macht aber mehr Spaß als das Gros des sonstigen Outputs bis dato. Mit seiner Piratengeschichte erinnert die Serie an diverse Kinder- und Jugendabenteuer, am offensichtlichsten mögen einem da so etwas wie „The Goonies“ (1985) oder natürlich Stevensons „Treasure Island“ in den Sinn kommen. Nur eben in moderner Optik und angesiedelt im „Star Wars“-Universum. Und auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten, zu der ich nun nicht gehöre. Die junge Heldenschar rettet den Tag, die Erwachsenen sind ein bisschen doof und trotz manch finsterer Szene wird es nie zu konsequent. „Skeleton Crew“ bringt gewisse Limitationen mit sich. Das zentrale Quartett ist stellenweise sympathisch bis bockig, innerhalb seiner Möglichkeiten spielt das junge Ensemble seine Rollen solide. Soweit es die Figuren zulassen, denn sonderlich viel entwickeln sich diese auf die Länge betrachtet nicht. Außerdem muss ich seit der fünften Nennung von „At Attin“ an „Mars Attacks!“ (1996) denken.

Dramaturgisch klappert man bekannte Formeln ab, inszenatorisch ist das nicht verkehrt und liefert mit der Piratenthematik eine bewährte abenteuerliche Grundlage. Ein bisschen Fanservice hier und da gibt es ebenso. Da erinnert der Anfang an selbigen von „Episode IV“ und selbst das ach so geliebte „Holiday Special“ findet hier kurz Einzug. Man übertreibt es nicht, obwohl Dave Filoni im Abspann steht. Jude Law ist vielleicht nicht der überzeugendste piratische Säbelrassler, aber auch hier gilt (insbesondere gegen Ende) wieder, dass es wohl an der Figurenschreibe liegt. Da macht der Droide mehr Laune. Visuell ist das trotz der Volume-Optik zwar ansehnlich, aber auch oft im Vordergrund finster dank Gegenlicht. 

Darüber hinaus hat die Staffel das Problem, unterm Strich etwas zu lang, zu gestreckt zu sein, damit man auf acht Folgen kommt und gegen Ende (ab der letzten Szene der vorletzten Episode) fällt das Ganze auch etwas auseinander und kommt erzählerisch zu keinem gelungenen Finale. Es passieren Dinge, die passieren müssen, damit Dinge passieren können. Stichwort Strom. Ist weg, außer da, wo er aus Gründen gebraucht wird. Da wird das Skript dann dumm, damit es weitergehen kann. Wie es in der letzten Folge leider öfters passiert.

„Aren't you getting a little bit old for that?“

„Skeleton Crew“ tut nicht weh, bleibt aber auch nicht lange hängen. Denkt man an andere Produkte aus dem Hause, so darf man darüber schon froh sein. Nur nicht zu lange darüber nachdenken, sonst fällt manches auseinander. Lieber sich vom Abenteuer berieseln lassen. Die nächste Enttäuschung kommt bestimmt. 

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