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Emily findet in den Wäldern von New Orleans ein antikes Ouija-Brett – und mit jeder Frage, die sie stellt, rückt etwas Dunkles näher. Unfälle häufen sich in ihrem Umfeld, ihre Albträume fangen an, in die Realität überzugreifen. Das Brett verbindet sie mit einer vor Jahrhunderten verbannten Hexe. Um diesen Bann zu brechen, holen Emilys Freunde Baptiste ins Boot, eine Art Profi fürs Übernatürliche. Blöd nur: Die Macht der Hexe reicht deutlich weiter, als alle Beteiligten glauben…

Überall wurde WITCHBOARD als Remake des Streifens von 1986 angekündigt – kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Die Story hat nämlich so gut wie nichts mit dem vermeintlichen Original gemeinsam. Aber gut, Marketing muss ja auch von irgendwas leben.

Regie führt hier Kevin Tenney (USA, 2024) – und ja, der Mann ist zurück. Einer, von dem man gefühlt ewig nichts mehr gehört hat. In seiner Vita stehen immerhin Sachen wie DER BLOB, NIGHTMARE 3, später auch ERASER oder DIE MASKE. Also kein Unbekannter, sondern eher so ein alter VHS-Haudegen, der plötzlich wieder aus der Versenkung auftaucht.

Und über weite Strecken funktioniert das auch erstaunlich gut. Die Grundidee ist absolut brauchbar, und die erste Stunde ist tatsächlich spannend, teilweise sogar richtig unterhaltsam. Das Ding zieht.

Die letzte halbe Stunde ist dann allerdings… sagen wir mal: drüber. Mir persönlich zu drüber. Klar, es gibt genug Leute, die genau auf dieses eskalierende Finale stehen – ich gehöre halt nicht dazu. Für mich verliert der Film da ein bisschen die Balance.

Was man ihm aber lassen muss: Für eine FSK 16 ist das Ganze ziemlich ordentlich zur Sache gegangen. Da wird nicht nur angedeutet – der rote Farbstoff fließt. Vor ein paar Jahren hätte man das so wahrscheinlich nicht durchgewunken.

Die Darsteller machen ihren Job solide. Große Namen sucht man hier vergeblich, aber das passt schon. Einzig der Typ, der den Oberguru spielt, dreht teilweise ein bisschen zu sehr auf – ordentlich am Chargieren. Wobei das vermutlich eher am Drehbuch liegt als an ihm selbst.

Insgesamt zielt der Film klar auf ein jüngeres Publikum ab. Schnelle Schnitte, Zeitlupen, alles schön geschniegelt für die TikTok-Generation. Schon irgendwie witzig, wenn das Ganze von so einem alten Regie-Haudegen kommt. Für alte Säcke wie mich ist das stellenweise fast schon zu geschniegelt.

Fazit:

Ein Remake sehe ich hier immer noch nicht – dafür aber einen grundsoliden Horrorstreifen, der sich zum Ende hin etwas zu sehr aufbläst. Die Schlusspointe sitzt dafür wieder. Kann man machen.


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