Review

Der sechste Teil der chaotischen Cops rund um Lassard ist eine Art Brücke zwischen den älteren Filmen und dem siebten teil. Er bringt zwar noch ein wenig den Charme der Serie mit rein, vermischt mit den liebenswerten Charakteren, ist aber auf der anderen Seite schon manchmal so unerhofft blöd, dass man nur die Stirn runzeln kann.

Eine Verbrecherbande mit einem geheimnissvollen Anführer macht einen Bezirk der Stadt unsicher, in dem Capt. Harris und Proctor das Sagen haben. Nachdem sich die Bande allerdings trotz des Bemühens von Harris' weiterhin etablieren kann in der Verbrecher-Welt, werden ihm die altbewährten Polizisten der Police Academy unter Lassards Führung zur Hilfe geschickt. Nachdem sich die regulären Techniken der Polizei nicht verdient gemacht haben, beginnen die Cops auf ihre eigene Art und Weise, den Fall aufzuklären.

Nach dem zwar exotischen, aber doch nur durschnittlichen fünften Teil spielt Police Academy 6 wieder in der altbekannten Stadt. Wie schon im zweiten und fünften teil ist hier auch mal wieder eine Bande am Werk, diesmal eine, die uns irgendwie kalt lässt. Zu der Polizei-Truppe gehören wie immer Tackleberry, Hightower, Jones, Hooks, Callahan, Fackler und leider auch wieder Nick Lassard. Die Charaktere haben sich leider nicht vollends zum guten entwickelt. Tackleberry und Callahan sind so ziemlich gleich geblieben. Jones darf hier mehr als 5 Sätze (!!) sagen ohne seine Imitationen, Hooks schnattert plötzlich auch am laufenden Band und Fackler wird nur noch auf seine Tollpatschigkeit reduziert. Nick Lassard darf ausnahmsweise mal nicht mit einer Ollen rummachen und das Ärgernis bei Hightower ärgert wirklich. Der eigentlich eher stumme und starke Beobachter des Geschehens ist zum quasselnden Klotz geworden, der anscheinend für alle mitdenkt und mehr labert als in allen fünf Filmen davor zusammen. Das fällt insbesondere negativ auf, weil er eine vollkommen andere Synchronstimme bekommen hat. Auch Proctor, der treudoofe Assistent von Harris, will nicht mehr so richtig in Schwung kommen.
Die feindliche Band kann man auch munter als klischeebeladen einstufen. Der zielsichere Blonde, der bärenstarke Dicke und der kleine Wendige. Diese neuen Charaktere sind vollkommen uneinprägsam und stellen im weiteren Verlauf der Handlung auch keine nennenswerte Bedrohung dar.

Auch sonst ist Teil 6 eher dürftig. Die Gags sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Einige regen zwar immer noch zum schmunzeln an, wie z.B jene Szene im Taxi, wo Tackleberry zur Granate greift, aber eine Vielzahl der Gags sind jetzt schon übelstes Kinderniveau. Hooks und Hightower rappen, mehr muss man ja wohl nicht sagen. Und Facklers Slapstick war auch schonmal sehr viel witziger und nicht so einfallslos. Aus den Jugendfilmen der Police Academy sind leider kindgerechte Schmunzler geworden.

Die Schauspieler versuchen das Geschehen warm zu halten, kommen aber mitunter auch nur noch lauwarm rüber. Bubba Smith scheint selbst nicht ganz mit seinem plötzlichen Redefluss klar zu kommen und Matt McCoy wirkt irgendwie vollkommen deplaziert als smarter Schönling am Rande. David Graf ist als Tackleberry nur halb ausgelastet und Marion Ramsey kann auch nicht mehr als ein gackerndes Huhn aus ihrer Rolle zaubern. Hier und da keimt zwar noch die schöne, altbewährte Sympathie rüber, aber irgendwie kann man die jetzigen Figuren nicht vergleichen mit den liebgewonnenen Spinnern der ersten Teile.

Der Showdown mit einer Verfolgunsjagd durch die Stadt ist dann aber doch ganz anschaulich gelungen, nur hält das Finale rund um die Entarnung des Ober-Verbrechers keinerlei Überraschungen bereit. Alles lief darauf hinaus, dass es der Bürgermeister war, zum einen die Tatsache dass er die am meisten herausgearbeiteste Nebenfigur war und zum anderen seine Synchronstimme, die den Typen hinter der Wand gehört. So bietet Police Academy 6 leider keinerlei Überraschungen.
Auch die Filmmusik ist wieder runtergeschraubt wurden. Die Musik kommt nur noch wie ein Gebräu aus Kevin allein zuhaus, Bugs Bunny und ein ganz kleines bisschen Police Academy daher.

So bleibt zum Schluss ein eher runtergekurbelter sechster Teil übrig, der zwar alles in allem nicht so schlecht ist wie er immer gemacht wird (Und Teil 7 ist weitaus schlechter), aber auch kein würdiger Abschluss der Serie wäre.

Fazit

Mäßiger sechster Teil der auf altbekanntes setzt aber auch nicht mehr ist als eine einigermaßen nette Komödie. jetzt fangen einige Charaktere schon an zu nerven und Teil 7 besiegelte das Schicksal entgültig.

5/10

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