Review

A24-Abenteuer für Retrofans

Angelehnt eher an „E.T.“, „Labyrinth“, „Das letzte Einhorn“ oder „The Dark Crystal“ als an modernere Abenteuerkinderfilme, die es heute eh kaum noch in guter Quali zu geben scheint, lässt „The Legend of Ochi“ ein junges Mädchen Kontakt und Freundschaft zu einem mysteriösen Tierwesen aufbauen, das von allen anderen in ihrem hasserfüllten und dreckigen Dorf seit jeher gejagt, gefürchtet und gehasst wird…

Für die Kinder von gestern… oder von morgen?

„Legend of Ochi“ ist ein seltsamer Film und jetzt nach dem Schauen weiß ich absolut, warum der dieses Jahr so untergeht und ganze Zielgruppen nicht wirklich wissen, wie er einzuordnen ist. Kinderfilm - aber eher für die „Kinder“, denen Ray Harryhausen noch etwas sagt?! Abenteuerfilm - aber ohne allzu große oder im Gedächtnis bleibende Setpieces?! A24-Film - also Fantasyarthouse für Kinder?! Monstermovie - aber ohne, dass die „Monster“ auch nur einen Hauch creepy sind?! Metapher für den Hass und die Vorurteile gegenüber Fremdem - wen regt dieser (eigentlich sehr friedvolle Gedanke) heutzutage nicht auf?! „Gremlins“ meets „Stranger Things“ in retro und fast meditativ?! Wes Anderson meets Steven Spielberg meets Robert Eggers?! All das sollte im Grunde kein rundes Gesamtbild abgeben. Und der Motor stottert auch immer wieder gewaltig. Nur damit ich im Endeffekt und mit etwas Abstand doch deutlich zu dem Entschluss komme, dass mich das berührt hat, dass mir das gefällt und dass dies ein feiner Rohdiamant des Kinojahres ist. Ein Querschlöger mit Seele. 

Miniaffenzähmen schwer gemacht

Fazit: audiovisuell ein kleines Geschenk, einer der schönsten Filme des Jahres. Erzählerisch eher etwas lahm und holprig. Trotzdem einer meiner diesjährigen Herzensfilme! 

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