iHaveCNit: The Change (2025) – Jan Komasa – Tobis
Deutscher Kinostart: 06.11.2025
gesehen am 15.11.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Lumiere – Reihe 6, Platz 8 – 12:00 Uhr
Ellen und Paul Taylor feiern ihren 25. Hochzeitstag. Der Gastronom und die Universitätsdozentin laden hierfür auch ihre Familie ein. Während Anna lesbische Aktivistin und Comedienne ist, ist Cynthia mit ihrem Mann Rob im juristischen Sektor tätig, die junge, nerdige Birdie interessiert sich für Naturwissenschaften und Josh ist ambitionierter Schriftsteller. Josh hat hier durch beruflichen Kontakt Liz kennengelernt und nutzt diese Familienfeierlichkeiten dazu, Liz der Familie vorzustellen. Ellen Taylor erinnert sich kurz darauf daran, dass Liz vor wenigen Jahren eine Studentin von ihr war, die durch eine Projektarbeit mit stark radikalen, antidemokratischen aufgefallen ist. Liz hat mittlerweile ihre damalige nicht genehmigte Arbeit in ein erfolgreiches Buch umgewandelt hat, dass gesellschaftlich zum politischen Manifest geworden ist. Noch ahnen die Taylors nicht, dass diese Begegnung die Familie nachhaltig spalten wird.
Einer der Filme aus der Kategorie, die ich mal wieder nicht auf dem Schirm hatte, aber dann plötzlich aufgetaucht sind, Interesse bei mir geweckt haben und sich dann als absoluten Glücksgriff erwiesen haben – ist nun „The Change“ beziehungsweise „Anniversary“ des polnischen Regisseurs Jan Komasa, der bereits mit „Corpus Christi“ bei mir einen tollen Eindruck hinterlassen hat. „The Change“ ist ein brisant aktueller Film, der aufzeigt wie der Einfluss von Politik auch den Mikrokosmos einer Familie komplett verändern und spalten kann. Hierfür hat natürlich das charakterliche Ensemble eine gewisse Bandbreite an entsprechenden Themen zu bieten, die die Vielseitigkeit des Themas beleuchten können und auch schauspielerisch ein tolles Ensemble zu bieten aus Diane Lane, Kyle Chandler, Dylan O Brien, Phoebe Dyvenor, McKenna Grace, Zoey Deutch, Daryl McCormack und Madeline Brewer. In einem Zeitraum von 5 Jahren fokussiert sich der Film dabei episodenhaft auf wichtige Ereignisse in der Familie und die fortschreitende Entwicklungen im Leben der Familienmitglieder, den Wechsel der Dynamiken und auch die gesellschaftlichen Veränderungen durch den Einfluss der durch das Buch inspirierten politischen Bewegung. In einer durchaus cleanen, aber auch tristen, entsättigten visuellen Gestaltung des Films macht das den Film durchaus mit seinen Wendungen und Entwicklungen sehr unangenehm, beklemmend, fast lebensnah und radikal und eine absolut spannende und fiese Mischung aus Familiendrama, Politthriller und Psychothriller, die mich absolut positiv überrascht hat und eines der Highlights des Filmjahres für mich darstellt.
„The Change“ - My First Look – 10/10 Punkte