Review

Das ist er also, der wohl beste "Police Academy" aller Zeiten - zumindest meiner Meinung nach. Doch erst mal zur Story: Lassard (George Gaynes), Leiter der Polizeiakademie, hat eine tolle Idee: Die Bürger könnten den Polizisten doch helfen, Verbrechen zu bekämpfen. Schon bald finden sich zahlreiche Gestalten ein, um sich erst einmal ausbilden zu lassen. Vielen Fans ist das bekanntlich ja wichtig. Gegenspieler Lassards ist dabei nicht Fiesling Mauser, sondern der bereits ausTeil eins bekannte Capt. Harris (G.W. Bailey). Wer jetzt befürchtet, dass mit Mauser auch der Idiot Proctor (Lance Kinsey) von der Bildfläche verschwindet, der kann sich beruhigt zurücklehnen: Proctor wird nämlich einfach Harris angedichtet und darf jetzt ihm auf die Nerven gehen.

Mahoney (Steve Guttenberg) behält zwar seine Position als Alpha-Schabernacktreiber, bekommt aber weitaus weniger Screentime als zuvor (wohl ein Omen für seine künftige Serienabstinenz). Aber ein besonderer Hammer verbirgt sich hinter seiner Filmliebschaft: Niemand geringeres als Sharon Stone (und zwar in jung!!!) übernimmt die Rolle der unscheinbaren Journalistin.

Wer füllt denn nun die von Mahoney offen gelassene Screentime? Naja, es gibt halt durchaus ein paar Szenen, die eigentlich fast gar nichts mit dem Film zu tun haben, so zum Beispiel eine solide Skateboardsequenz. Kaum von Nutzen, entdeckt man zwei Dekaden nach Erscheinen des Films ein interessantes Detail: Fast selbstverständlich entpuppt sich beim Abspann Tony Hawk als einer der Trittbrettfahrer. Wer hätte das gedacht??? Klar, das ist jetzt nichts wirklich Weltbewegendes,aber mit Tony Hawk und Sharon Stone bietet der Film schon mehr Prominenz, als alle restlichen Teile zusammen. Auch wenn die Skateboardsequenz einfach überflüssig ist. Was solls...

Weitaus wichtiger ist aber die Fokussierung des Charakters Zed (Bob Goldthwait). Nun ist er schon mehr als nur der eigentliche Star des Films. Sogar seine eigene Romanze bekommt er spendiert. Hier ist die extrem schnucklige Laura (Corinne Bohrer) zu erwähnen, die dem Streifen selbst über Sharon Stone hinaus noch Schauwerte abgewinnt. So brennen sich ausnahmsweise sogar wirklich lustige Sequenzen in das Gehirn des nichtsahnenden Zuschauers ein (Zed und Laura laufen in Zeitlupe aufeinander zu und umarmen sich et cetera). Auch Sweetchuck (Tim Kazurinsky), stetes Opfer aller möglichen Unfälle, sorgt für bessere Unterhaltung, als wir sie von den anderen Teilen gewohnt sind.

Aber auch Schwächen gibt es im besten "Police Academy". Viele der Witzeleien sind immer noch nur leidlich unterhaltend und Spannung kommt kaum auf. Und gerade gen Ende geht dem Film erstaunlich viel Luft aus (eine Krankheit, unter der alle Serienableger leiden). Die Musik hingegen offeriert vielleicht kein Qualitätsprogramm, trotzdem ist sie um einiges abwechslungsreicher als jemals zuvor.

Würde ich als alleinigen Maßstab für die Bewertung nur die restlichen Teile heranziehen, so würde "Police Academy 4" volle 10 Punkte absahnen. Aber die üblichen Serienleiden halten dieses Filmchen objektiv gesehen für mich im 6er Bereich. Um es aber festzuhalten: Hier findet sich der gelungenste Humor der gesamten Serie. Mit Charakteren wie Zed, Sweetchuck, Laura oder auch Proctor (hier mit seinen lustigsten Szenen (-> Proctor isst einen Burger...)) und halbwegs prominenter Besetzung, schafft es der Film tatsächlich ins gehobene Mittelmaß.

Details
Ähnliche Filme