Natürlich werden Filmemacher nicht aufhören, Horror in postapokalyptischer Umgebung mit Zombies oder anderen Bedrohungen zu drehen, obgleich die Chose nach zig Staffeln „Walking Dead“ auserzählt ist. Da man jedoch einige Drehorte in Ungarn nutzen wollte, geht Regisseur Peter Deak mit einem weiteren Überlebensabenteuer an den Start.
Abigail (Luca Papp) und ihr Retter, der ehemalige Cop Cassius (Matt Devere) leben seit zehn Jahren in einer postapokalyptischen Welt, welche noch immer von Infizierten, den „Wilden“ bedroht wird. Als die beiden durch die Gegend streifen und ein Paar mit einer hochschwangeren Frau retten, setzen sie ihre Maxime aus, sich ausschließlich auf sich selbst zu verlassen…
Ungarn ist wahrlich nicht bekannt als das große Areal für Zombiefilme, doch die ersten Minuten zu Zeiten des Ausbruchs untermauern, dass auch mit einem geringen Budget ein passabler Rahmen geschaffen werden kann. Bis auf weniger überzeugendes CGI-Blut wird man direkt in die Geschichte hinein geworfen, in welcher Flucht an erster Stelle steht und den Ursprung der Verbindung des ungleichen Heldenpaares bebildert.
Was folgt, sind kapitelartig angelegte Stationen in Form eines Roadmovies. Bekanntermaßen sind überlebende Menschen häufig die schlimmeren Bestien, mache Infizierte, die sich grundlegend flink und laut bewegen, scheinen im Verlauf hinzuzulernen und zuweilen helfen Erfahrungen der frühen Kindheit an einem kleinen Flugplatz weiter. Einige Situationen sind zwar ein wenig überkonstruiert und nicht immer ist der Wechsel zwischen Ruhepause und Action stimmig, doch aufgrund der latenten Bedrohung und Unruhe wird automatisch ein wenig Suspense geschürt.
Während der sorgsam arrangierte Score zur Stimmung passt, obgleich das Hauptthema in einigen Passagen frappierend ans ikonische Thema von „28 Days Later“ erinnert, sind bei einigen Mimen Abstriche zu machen. Die stoische Art von Cassius bekommt Devere mit wenigen Gesichtsausdrücken ganz gut hin, wogegen Luca Papp eher durch ihren körperlichen Einsatz überzeugt, da manche Stimmungswechsel mimisch überzogen wirken. Da das Make-up der Infizierten etwas klobig und wenig detailfreudig ausfällt, sind bei den immerhin in großer Anzahl auftretenden Statisten einige Abstriche zu machen und man hätte gut daran getan, die Bedrohung nicht immer mit lauten Brüllen weit im Vorfeld anzukündigen, wodurch überraschende Angriffe eher selten vorkommen. Die Action in Form vieler Schusswechsel und einiger Fights geht trotz vergleichsweise geringem Blutvergießens in Ordnung.
Ansonsten sind innerhalb der etwas zu lang geratenen 119 Minuten Laufzeit nicht übermäßig viele Längen auszumachen, zumal die Wahl der Schauplätze mit viel Grün auf und um verwaiste Gegenden und Gebäuden definitiv die Endzeitstimmung unterstreicht. Innovativ fällt die Geschichte trotz minimaler Wendungen und etwas Tiefgang bei den Hauptfiguren zwar nicht aus und es gibt kaum Eckpunkte, welche länger in Erinnerung bleiben, doch der Gesamteindruck lässt durchaus eine Empfehlung bei geringer Erwartungshaltung aussprechen.
6,5 von 10