Da dem sprichwörtlichen Fegefeuer noch niemand entkommen ist, steht es Filmschaffenden grundlegend frei, den Vorhof der Hölle nach eigenem Gutdünken kreativ auszustatten. Mit einem geringen Budget mag das auch mal eher etwas lausig anmuten, doch was die Butler Brothers da abliefern, ist an kurioser Langeweile kaum zu unterbieten.
Im Vorhof zur Hölle arbeitet Jack in der Tarnung eines Barkeepers als Privatdetektiv. Hier stranden in erster Linie Selbstmörder, wie die einst erfolgreiche Sängerin Viv. Dieser bleibt nicht viel Zeit, ihre ebenfalls an Suizid verstorbene Mutter aufzuspüren, während blutrünstige Biker ihre Spur aufgenommen haben…
Eine konkrete Genrezuordnung ist hier nahezu unmöglich. Am ehesten handelt es sich bei dem Stoff um einen Cyberpunk-Neo-Noir. Einerseits huldigt man den punkigen 80ern, untermauert mit einigen Songs dieser Richtung, andererseits betritt man die typischen Gefilde des Noir, nicht zuletzt aufgrund der klassischen Erscheinung Jacks, der mit wenigen Worten ein wenig Background zusteuert, während im Hintergrund etwas Jazz läuft.
Doch man kommt erst gar nicht so recht in die Handlung rein. In den ersten fünf Minuten sieht man Jack in einer Wohnung mit auffallend vielen Wanduhren, während er einen alten Song hört, Whiskey trinkt, raucht und auf ruhige Art etwas tanzt. Was soll da Lust auf mehr machen?
Mit der Ankunft von Viv aus dem Nichts wird es kaum besser. Irgendwelche Girlies freuen sich auf neue Körperteile, bis man erfährt, dass Blut hier die einzig relevante Währung ist.
Die kargen Landschaften sind mit simplen Farbfiltern ausgestattet und just als es eventuell etwas blutig werden könnte, schweift die Kamera komplett ab und offenbart lediglich das karge Ergebnis. Auch in Sachen Gore ist hier rein gar nichts zu holen, zumal durchtrennte, aber noch sprechende Körper auch eher dem Humor von Vorgestern entsprechen.
Folgerichtig macht sich rasch Langeweile breit, gepaart mit dem Eindruck, dass einfach nur einige Ideen recht willkürlich durcheinander gemischt wurden. Das macht sich mehrfach an ausbleibender Kontinuität bemerkbar, aber auch daran, dass kaum jemand ein konkretes Ziel verfolgt. Einziger kleiner Lichtblick ist die bewusst falsche Verwendung von Greenscreen während einiger Autofahrten, da es im Hintergrund zuweilen in völlig falsche Richtungen geht.
Für das Aufdecken einer mittelgroßen Verschwörung mit familiärem Hintergrund hätte es definitiv nicht so viel Leerlauf und lahme Momente gebraucht. So liefern zumindest die letzten zehn Minuten noch so etwas wie eine Auflösung, was die allenfalls mittelmäßig agierenden Mimen so einigermaßen glaubhaft rüberbringen. Es rettet die ansonsten inhaltsleere Chose jedoch nicht ansatzweise, denn es bleiben knapp 101 Minuten, die weder Spannung, noch einen sonstigen Unterhaltungswert zutage fördern.
2,5 von 10