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Ein nicht ganz typischer Katastrophenfilm aus dem Hause Asylum. Denn normalerweise gurken zwei bis drei Instanzen durch die Gegend diverser Trümmerlandschaften, retten anbei die Welt und finden final wieder zueinander. Hier besinnt man sich hingegen auf zwei klassische Genrefilme wie „Erdbeben“ und „Poseidon Inferno“.

Nachdem ein Erdbeben die Stadt erschütterte, ist das Armada Hotel tief in den Erdboden gesackt. Die wenigen Anwesenden um Brian und seine schwangere Freundin Amy müssen sich einen Weg zum Dach bahnen, während Nachbeben den Aufstieg zusehends erschweren…

Normalerweise steigt man bei Asylum ohne Vorgeplänkel und mit flottem Tempo ins Geschehen ein, so auch hier. Bei oben erwähnten Klassikern wurden hingegen Figuren ordentlich eingeführt, um ein späteres Mitfiebern zu erleichtern, was hier rein gar nicht geschieht, da die Erscheinungen allesamt austauschbar sind und keine besonderen Eigenschaften mitbringen.

Die wenigen CGI beschränken sich anfangs auf ein kurzes Beben, was innerhalb der wenigen Sekunden und Einstellungen ganz okay abgefertigt wurde. Den Rest verbringen die getrennten Gruppen damit, entweder die Generatoren zum Laufen zu bringen oder im Treppenhaus nach oben zu gelangen, was trotz der raschen Schauplatzwechsel nicht allzu häufig Spannung zutage fördert. Wenn just noch Leute gerettet werden, bevor der Lift in die Tiefe stürzt, ist das Mitfiebern zumindest intensiver, als wenn mal wieder jemand und zum gefühlt 138. Mal ausruft „Wir müssen weiter!“. Womöglich sitzen die irgendwann nach erfolgreicher Rettung im Heli und der letzte ruft den Satz der Vollständigkeit halber nochmal.

Bei der Gruppe Überlebenskämpfer hat man es sich relativ einfach gemacht, da die Namenlosen ohnehin rasch den Löffel abgeben, während es immerhin noch einen Querulanten in Form des Managers gibt und Amy nicht nur schwanger ist, sondern zusätzlich an Diabetes leidet. Beide Tatsachen werden allerdings nicht genutzt, um Dringlichkeit zu schüren, zumal die Nachbeben die jeweiligen Decken nur so weit einreißen, dass die Gruppe immer noch bis zum Rand zurückweichen kann.

Mal abgesehen von der unwahrscheinlichen Voraussetzung, dass ein Hochhauskomplex bis tief unters Dach einfach unbeschadet und quasi ungespitzt in den Erdboden versinken kann, wundert man sich im finalen Akt über steigendes Wasser, welches sich zuvor in keiner Pore ankündigte. Aus Kostengründen schwimmt da kein Sharktopus,  - hinein gepasst hätte er aber.

Die wenigen Mimen (für Statisten und erweiterte Außenaufnahmen langt das Budget nicht) performen allenfalls zweckdienlich, gleiches gilt für den seelenlos dahinplätschernden Score. Insgesamt gehen die wenigen CGI in Ordnung und die karge Ausstattung (Lifte, Treppenhäuser, Flure) sieht zumindest nicht allzu sehr nach Studio aus. Klar: Mit den Genreklassikern lässt sich dieser billig herunter gedrehte Mumpitz kaum vergleichen, doch das latent flotte Tempo und eine Handvoll spannender Szenen reichen fast schon für eine harmlose Berieslung aus.
4,5 von 10

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