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Michael Paré und Asylum bilden inzwischen so etwas wie eine Einheit. Sobald jemand gesucht wird, der lediglich herumstehen, etwas erzählen und minimal besser als der Rest performen soll, wird er eingesetzt. Diesmal als US-Präsident. Fehlen eigentlich nur möhrenfarbige Haare, ein gemäßigter Fatsuit, ein paar Falten und er könnte über Great Deals schwafeln.

Astrowissenschaftler Dr. Morrow entdeckt eher zufällig ein unbekanntes Flugobjekt auf dem Radar und wird umgehend ins Weiße Haus beordert. Indes landet über New York eine gräuliche Kugel, eine so genannte Sphäre, die jeder Attacke diverser Waffen standhält und die Feinde binnen weniger Augenblicke eliminiert. Es ist an dem Team im Weißen Haus, die Welt zu retten…

Asylums Marketing geht mal wieder in die Vollen und suggeriert mit Cover und Titel ein weitere Ausgabe Alien, insbesondere „Alien: Romulus“. In Wahrheit ist eine außerirdische Lebensform allenfalls fünf Sekunden zu sehen und Regisseur Adrian Avila hat bereits 2023 mit „Alien Apocalypse“ untermauert, dass ihm derartige Stoffe eigentlich ganz und gar nicht liegen.

Entsprechend dauert es zwar nur 20 Minuten, bis die ersten Gefechte eingebunden werden und zumindest die schwebende Kugel ganz okay gestaltet wirkt, doch jene Action ist nur eine Unterbrechung des viel zu ausschweigenden Geredes. Zwei unterhalten sich in einem Heli, der von innen nicht so aussieht, wie ein Heli von innen aussieht, während es im Weißen Haus maximal fünf, sechs Mitarbeiter gibt und man sich auf einen überschaubaren Raum konzentriert, der wahrlich keine Abwechslung schafft.

Somit ist die Action, welche eigentlich dominieren sollte, viel zu rar gesät. Es gibt zwar kleinere Flugmanöver, ein paar Abwehrblitze und final eine sogar ordentlich gestaltete Detonation. Und man versucht auch, kurze Eindrücke des extraterrestrischen Wütens aus London und Paris zu vermitteln, doch das niedrige Budget schimmert speziell bei jenen CGI-Konstrukten massiv durch. Das können die überwiegend unterdurchschnittlichen Darsteller zu keiner Zeit auffangen, obgleich Paré tatsächlich etwas besser als der Rest performt und die Präsidentenhaltung ganz gut hinbekommt.

Von Spannung kann bei alledem keine Rede sein, da aufgrund des schlechten Timings erst gar keine Dynamik entsteht, vom Mitfiebern muss erst gar nicht geredet werden. Bei der Ereignislosigkeit stechen eher unfreiwillig dämliche Momente ins Auge, wenn etwa der Verteidigungsminister dem Präsidenten die Ghettofaust gibt und dieser irgendwann behauptet: „Familie geht vor. Das ist mein Motto“ und jemand anderes entgegnet: „Deshalb habe ich sie gewählt!“. Ein leichtes bis mittelschweres Fremdschämen bleibt da zuweilen nicht aus.

Von daher kann man sich diese Alieninvasion sparen. Die Effekte sind zwar durchwachsen, fallen aber überwiegend lau aus, während das ungleichmäßige Tempo jede Form von Unterhaltungswert zunichte macht.
3 von 10

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