Spukhäuser und Lost Places scheinen das Steckenpferd von Regisseur Jose Prendes zu sein, denn bereits 2012 zog es ihn mit „The Haunting of Whaley House“ ins selbige. Danach konnte er halbwegs bekannte Gesichter für Cameos gewinnen wie Ken Foree in „Blood Brothers“ (2015) oder Michael Madsen in „Monster Mash“ (2024). Man mag sich allerdings ausmalen, dass ein zehnminütiger Gastauftritt von Eric Roberts sein neues Werk nicht besser macht.
Sieben Heranwachsende um die gläubige Eva treffen sich zum Feiern, bis sie beschließen, das sagenumwobene und verwaiste Simmons Haus zu betreten. Eine schlechte Idee, denn hier warten nicht nur ominöse Symbole an den Wänden, sondern auch schwarze Kutten auf sie…
Bislang hat Prendes nur auffallend unterdurchschnittliche Werke zustande gebracht, was sich mit „Heretics“ im Found Footage Stil noch verschlimmert. Geschlagene 27 Minuten benötigen die schwach skizzierten Charaktere, um überhaupt erst einmal in die Bruchbude zu gelangen. Da sich jede Figur wie der letzte Hornochse verhält und selbst Eva allenfalls als Spaßbremse fungiert, ist ein Mitfiebern grundlegend ausgeschlossen.
Nun könnte man ja ein derart geheimnisvolles Gebäude planvoll erkunden, doch einzelne Individuen kommen tatsächlich auf die Idee, aus einer herumstehenden Flasche zu trinken, in der sich sonst was befinden könnte, während das Gezeter Überhand nimmt, sobald die ersten beiden verschwinden. Und natürlich nimmt auch das Gewackel der Kameras zu, sobald Aufregung in der Gruppe dominiert.
Zwar überleben nicht alle Figuren den Exkurs, womit drei, vier handgemachte Gewalteinlagen einhergehen, doch diese sind so offensichtlich getrickst, dass Gorehounds angesichts einer Axt im Kopf und einem Messer im Bauch nur müde gähnen dürften.
Indes gestaltet sich die dünne Handlung immer abstruser, sobald Masken fallen und vage Beweggrunde der Kutten offenbart werden. Überraschungen sind diesbezüglich nicht zu erwarten.
Während die Mimen nicht gerade auffällige Leistungsträger in ihrem Metier sind, passt der teils sakral anmutende Score rein gar nicht zur Atmosphäre des Settings und final ist man froh, die stumpfsinnige Chose nach 83 Minuten überstanden zu haben.
Als ganz am Ende noch eine Erscheinung mit peinlich gestalteter Teufelsfratze mitmischt, weiß man, dass jede weitere Minute noch unerträglicher geworden wäre…
2 von 10