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Der Film erzählt mehrere Geschichten rund um Menschen, die sich in London kurz vor Weihnachten verlieben, alte Beziehungen zu verlieren befürchten oder sich fragen, wie es um ihre Treue bestellt ist. Darunter befindet sich der britische Premier, gespielt von Hugh Grant, der sich in eine Angestellte verliebt, während seine Schwester, gespielt von Emma Thompson, an der Treue ihres Mannes, gespielt von Alan Rickman, zu zweifeln beginnt, der den Flirt-Versuchen seiner Sekretärin, gespielt von Heike Makatsch, allmählich zu erliegen scheint. Dann wäre da noch ein Stiefvater, gespielt von Liam Neeson, der sich nach dem Tod seiner Frau allein mit dem Herzschmerz seines Stiefsohns befassen muss, während ein ausgebrannter Rockstar, gespielt von Bill Nighy, versucht, mit seinem neuen Weihnachtssong die Charts zu stürmen.

Ein Liebensfilm, der bewusst kurz vor Weihnachten in den Kinos erscheint - da scheint Kitsch ja schon vorprogrammiert. Und so kommt es dann auch, sodass jeder, der mit Gefühlskino dieser Art nicht allzu viel anzufangen weiß, vermutlich nach der Hälfte der Laufzeit die Lust am Film verliert, aber bei einem derart sympathischen und amüsanten Genre-Produkt sind die meisten Fehler ohne Weiteres zu verzeihen.

So sorgt der episodische Aufbau des Liebesfilms dafür, dass über die volle Laufzeit Abwechslung und damit ein gelungener Unterhaltungswert gegeben ist. Dabei verirrt sich Richard Curtis zu keinem Zeitpunkt in seinem Handlungskonstrukt, das der Drehbuchautor von "Vier Hochzeiten und ein Todesfalls", "Bridget Jones" und "Notting Hill" unterm Strich gut ausgearbeitet hat, während er hier auch als Regisseur eine gelungene Leistung zeigt.

Manche Episoden, wie beispielsweise die rund um den aufopferungsvollen Stiefvater, dessen kleiner Sohn sich nach dem Tod der Mutter in eine Mitschülerin verliebt, sind dabei durchaus etwas kitschig geraten, dafür eignen sich wiederum andere, wie beispielsweise die um den zynischen, alternden Rockstar, die kaum lustiger hätte ausfallen können, dazu, den Kitsch mit ein paar Gags oder pointierten Dialogen ein wenig zu verrühren. Dabei wird die Dramatik in allen Episoden permanent gesteigert, sodass "Tatsächlich...Liebe" alles in allem sehr mitreißend gerät und keinen Grund zur Beschwerde lässt.

Mit dem gut ausgewählten Soundtrack entsteht zudem eine wohlige Atmosphäre, die passend zur Weihnachtszeit warme Gefühle zu vermitteln vermag. Daher dürfte es dann auch niemanden mehr ernsthaft stören, wenn der Film zum Ende hin vielleicht ein wenig zu sehr ins Überemotionale, Märchenhafte abdriftet, wobei ein Happy-End natürlich sowieso für einen Liebes- und Weihnachtsfilm zum absoluten Pflichtprogramm gehört.

Das größte Potential des Films liegt jedoch im namenhaften und sympathischen Cast, der sämtliche Gefühle liebenswert und glaubhaft vermittelt, die Gags hervorragend auf die Leinwand bringt und damit auch alle Anflüge von überproportionierten Gefühlsregungen verzeihen lässt. So ist Hugh Grant charmant wie immer und spult sein gewohnt lockeres Programm einmal mehr gelungen ab, während Bill Nighy die mit Abstand meisten Lacher auf seinem Konto verbucht, Liam Neeson kaum sympathischer aufspielen könnte, Keira Knightley mit ihrem bezaubernden Lächeln punktet und auch die kurzen Auftritte von Rowan Atkinson und Billy Bob Thornton durchaus zu belustigen vermögen. Von den Charakterdarstellern Alan Rickman, Laura Linney und Emma Thompson gibt es darüber hinaus gewohnt gute Leistungen, genauso, wie vom Rest des ansehnlichen Darsteller-Ensembles.

Fazit:
"Tatsächlich...Liebe" ist aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge abwechslungsreich, wird vom grandiosen, namenhaften und sympathischen Cast über weite Strecken getragen und unterhält dabei mit seiner liebevollen, emotionalen Machart und zahlreichen lustigen Stellen über weite Strecken wirklich hervorragend. Aussetzer gibt es dabei trotz des episodischen Aufbaus zu keinem Zeitpunkt, sodass es sich hierbei um einen der besten Vertreter seiner Zunft handelt.

87%

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