Der Film erzählt 10 verschiedene Episoden über das Liebesleben normaler und ungewöhnlicherer Menschen. Im wesentlichen findet man hier durchgehend Klischees wieder: den unglücklichen Nebenbuhler, den sexbesessenen Single, den Witwer, das Mauerblümchen usw. All diese Handlungsstränge laufen erst zum Ende des Films zusammen, vorher werden sie vollkommen getrennt behandelt.
Das Problem des Films ist, dass alles ein wenig vorhersehbar wirkt und ohne rechten Pfiff daherkommt. Lediglich der abgetakelte Schnulzensänger konnte mir manchmal ein Grinsen entlocken. Auch Hugh Grant, der den englischen Premierminister spielt, bietet eine recht charmante Darstellung. Umso schlimmer, dass ausgerechnet sein Handlungsstrang einer der schlechtesten überhaupt ist. Man spürt das Wunschdenken der britischen Produktion, dass ihr Premier dem US-Präsidenten mal richtig die Meinung sagt, genau wie sie es Hugh machen lässt. Seine wilden Tänze in der Downing Street wirken sehr aufgesetzt.
Auch andere Handlungsstränge sind einfach nur Müll:
Wenn ein Typ, der in England keine Freundin abkriegt, nach Amerika fliegt, weil die Frauen da so toll und billig sind, und er dann tatsächlich 3 Traumfrauen gleichzeitig klarmachen kann, dann langt man sich einfach nur noch an den Kopf.
Noch schlimmer wird es, wenn zwei Softpornodarsteller versuchen, während ihrer Arbeit eine Beziehung zu entwickeln. Die dümmlichen Dialoge kombiniert mit Sexposen spotten jeder Beschreibung.
Überhaupt wirkt der Film etwas überladen. Ein, zwei Handlungen weniger und die restlichen besser ausgearbeitet hätte dem Film gut getan. Von Hugh Grant und dem "Love is all around"-Sänger mal abgesehen, könnte man alle Schauspieler leicht austauschen. Trotz bekannter Namen (Keira Knightley, Liam Neeson, Heike Makatsch...) bleiben sie nicht im Gedächtnis.
Abschließend kann man sagen, dass "Tatsächlich Liebe" sein hohes Potential weitgehend ungenutzt lässt. Zwar können nur Zwangsstoiker von einem totalen Reinfall sprechen, aber außerhalb der Weihnachtszeit ist der Film tatsächlich ziemlich fade. Der weitgehend (in manchen Handlungssträngen sogar völlig) fehlende Witz gepaart mit peinlichen Einfällen vermiest den ansonsten akzeptablen Streifen doch etwas. Wer rührselige und leicht schnulzige Filme mag, ist mit "Tatsächlich Liebe" gut bedient, wer aber eine tolle Komödie erwartet, wird enttäuscht.
Fazit: Für Kuschelabende mit der Freundin.
Die FSK hat den Film ab 6 eingestuft, Kinder sollten ihn meiner Meinung nach trotzdem nicht sehen. Vor allem in den Dialogen geht es kaum um Liebe, wie es auch der Titel andeutet, sondern schlicht um Sex. Der wird dann in der Softpornohandlung auch mit viel nackter Haut in Szene gesetzt (und zwar weit mehr als es manche FSK 12 und FSK 16 Filme zeigen!!!). Auch die Ausdrucksweise des oben beschriebenen Stechers in Amerika ist wenig nachahmenswert. Einmal mehr eine schwer nachvollziehbare Bewertung der FSK.
4/10