Bong Joon-ho hat seine eigene Messlatte sicher hoch gelegt. Schön, dass er sich davon offensichtlich nicht beeindrucken lässt und keinem erwartbaren Muster folgt. Nun gut, einem schon, Sozialkritik als grundlegendes inhaltliches Motiv. Diesmal wieder in einer fiktiven Zukunft, allerdings mit mehr komödiantischem Ton denn je. Die Besetzung war allerdings schon mal ein Problem für mich. Robert Pattinson hat vermutlich den Sprung vom unterirdischen zum mittelmäßigen Darsteller geschafft, wohl kein Wunder, wenn man immer wieder, warum auch immer, in hochdotierten Produktionen mit talentierten Cast-Mitstreitern platziert wird. Dennoch, auch hier bleibt er seiner Rolle treu, so ansehnlich wie David Dastmalchian, so dezent agierend wie Nicolas Cage, so aufregend wie Alex Pettyfer. Und so weiter. Ich kann nur bedauern, dass durch diese Besetzung, dem Regisseur vermutlich aufgezwungen, ein besserer Film verhindert wurde. Ja, alles ist komplett überzeichnet und überwiegend grotesk, aber im Kern stecken so viele wertvolle Punkte, die die Menschheit auf den Punkt bringen. Gestern, heute, und sicherlich auch morgen. Das sich über andere Spezies stellen, der Hang zu den falschen Führern, das blasphemische Vergehen an der Schöpfung, der Irrsinn genannt grenzenlose Wissenschaft, der Hang zum Krieg, sowohl gegen Andersartige als auch seinesgleichen und einfach die zunehmende Verblödung. Zu diesem angenehm unangenehmen Spiegel kommt eine fantastische Optik und viele unterhaltsame Ideen. Auch trotz Pattinson ein schönes Filmerlebnis, und das ist eine nicht zu unterschätzende Leistung.