Osgood zeigt Range
Letztes Jahr konnte der Perkins-Sprössling noch recht ernst und creepy mit „Longlegs“ mindestens eine Regieliga aufsteigen und von sich reden machen. Nun lässt er eher mal wieder seinem makabren Humor freien Lauf und beschert uns eine Art „Final Destination“-Revival/-Warmup, wenn eine mysteriöse trommelnde Affenpuppe abrupt und spektakulär Menschenleben beendet und das Leben einer Familie über Generationen aus der Bahn wirft…
Affe aus'er Hölle
Auch wenn es schon einige Horrorfilme mit Affen(-spielzeug) und ähnlich anmutenden Covern gab - das scheint die erste echte filmische Umsetzung der Stephen King-Kurzgeschichte zu sein. Und ehrlich gesagt hätte ich das nicht unbedingt als Langfilm gebraucht und ich zähle „The Monkey“ leider zu einer meiner ersten echten Enttäuschungen des Kinojahres. Nicht völlig aus dem Ruder laufend. Aber weder Humor noch Horror konnten mich in ihren Bann ziehen und haben teils kaum bis gar nicht funktioniert. Dazu ein profilloser Hauptdarsteller und ein Trailer, der deutlich zu viel zeigte und versprach - weg ist der grüne Bereich! Da sollte Perkins wohl besser bei böserem und ernsterem Stoff bleiben. Dabei musste ich schon hier und da schmunzeln und allein seine besondere Art von Humor ist whacky und bizarr genug, um davor mindestens Respekt zu haben. Doch im Verlauf wich dieser samt Schmunzeln eher der Langeweile, emotionalen Leere und dem Kopfschütteln. Da merkt man die Auswalzung der und das Hinzudichten zur Kurzstory Kings deutlich und teils schmerzhaft. Und selbst in den „Todesszenen“ explodieren die Leute im Endeffekt oft einfach nur - ein feuchtfröhlicher und splattriger Gag, der sich schnell abnutzt und blöd wirkt. Gruselig ist das Ding eh null. Will's auch gar nicht sein. Eine Backstory oder Erklärung zum mörderischen Äffchen gibt’s genauso wenig. Und daher verpuffen Dinge wie der gute Beginn, Themen wie „die Sünden des Vaters“ oder eben der grundsätzlich schön dreckige Humor.
Fazit: manch eine splattrig-kreative Todesszene ist herrlich, der Humor ist schön weird und abseitig, das Design der Puppe und seine Inszenierung mag ich auch. Und hässlich sind Perkins' Filme nie auch nur eine Sekunde. Und dennoch will „The Monkey“ bei mir nie richtig zünden, seine comichafte Überzeichnung, Balanceprobleme, lahme Nebengeschichten und ein schwacher Theo James (gleich doppelt) nehmen diesem saftigen Affenzirkus leider viel von seiner Kraft, Fallhöhe, Spannung, Wirkung und letztendlich Qualität.
P.S.: Der Verlust und die Art des Verlustes von Oz' Mutter (in einem der Flugzeuge, die an 9/11 ins World Trade Center flogen) verleiht dem Film und seinen Themen deutlich mehr Tiefe, Tragik und Fiesheit. Vielleicht auch etwas Versöhnliches.