Nach der Ermordung seiner Familie fristet der totgeglaubte Ex-Cop Frank Castle ein Dasein im Untergrund. Als Punisher knöpft er sich Gesetzesbrecher vor und radiert diese auf seiner Selbstjustizmission aus. Als die italienische Mafia es mit der Yakuza zu tun bekommt und die Kinder der Mafiabosse entführt, lässt er sich von seinem Pennerfreund Shake (ultrawitzig, denn dieser war mal Schauspieler und hat den Hamlet gegeben) überreden, diese zu retten.
Denn Castle hatte ja mal selber welche und so auf diesem Niveau ist das hier dramaturgisch angesiedelt. Zu seiner Verteidigung kann man da aber einwerfen, dass diese Verfilmung der Comicreihe aus dem Hause Marvel nicht den Anspruch hat, ein Psychogramm eines von Rachedurst erfüllten Außenseiters zu zeichnen. Selbst, wenn er das mal kurz anspricht, dafür ist die Plattform und das Personal gar nicht vorhanden.
Nicht, dass Dolph Lundgren mit seinem lieblos hingeschmierten Bartschatten nicht zum Actionheld taugt. Darstellerisch ist hier aber schon noch Luft nach oben, denn die Figur selbst hätte Potential für eine solche Auseinandersetzung. Lundgrens Blick soll vermeintlich Resignation ausstrahlen, irgendwie sieht er aber den Film hindurch nur zugedröhnt aus und eiert auf seinem Motorrad durch die Straßen, die Kanalisation, in Gebäude und wahrscheinlich auch bis in die Dusche.
In erster Linie begreift sich das hier als Actionfilm und so bekommt man in dieser Hinsicht immer wieder mal was präsentiert. Überwiegend wird da geballert, ab und an mal das Messer oder die Faust geschwungen. Dabei gibt sich der von Mark Goldblatt inszenierte erste Kinoauftritt der Comicfigur wechselhaft zeigefreudig. Gibt es zu Beginn doch einige Squibs im Einsatz, herrscht da auf dem Rummelplatz Ebbe, später wird’s wieder suppiger. Insgesamt sind die Actionszenen okay, der Härtegrad ebenso, die unrated-Fassung lohnt hier etwas mehr. Immer im Hinterkopf, dass das hier mit dem Budget von neun Millionen Dollar kein A-Blockbuster ist, passt das schon. Und doch, der Film kommt nie so richtig aus dem Quark. Trotz der knackigen Laufzeit von knapp neunzig Minuten zieht er sich hier und da mal, wirkt etwas ziellos inszeniert und selbst die Actionsequenzen dauern dann doch mal etwas zu lang. Und auch, wenn man es mit Franks Trauma verbindet, eine Horde Kinder brauch ich in so einem Film nicht. Trotzdem entwickeln sich diese zu einem Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte.
Was bleibt, ist eine halbgare Comicverfilmung aus einer Zeit, als man damit noch nicht überschwemmt wurde. Macht die vorliegende Version allerdings nicht automatisch wertvoller. Die Action ist passabel, Lundgren schaut nicht ausgeschlafen in die Gegend und der Plot selber ordnet sich der ihn umgebenden Einfachheit unter.