Review

Männer sind alles nur Schweine

Nachdem die Philippinen von einem Taifun getroffen wurden, muss sich Lineth mit ihrem Baby auf den Weg machen, um zu ihrem Mann zu gelangen. Völlig mittellos und ohne Gepäck schnorrt sie sich bei Passanten und Mitreisenden durch. Schlussendlich in einem Bus angekommen, erzählt sie ihrem Sitznachbarn ihre Lebensgeschichte beziehungsweise die Tortur, welche sie erleben musste, um bis zu dieser Busfahrt zu kommen. 

"Lineth" ist eine schwer zu ertragende Tragödie einer jungen Frau, die alles verloren hat und in einer Welt voll machtgieriger Männer zu überleben versucht. Die mehreren Vergewaltigungen sind hart an der Grenze, was auch dem großartigen Schauspiel der Hauptdarstellerin Azi Acosta geschuldet ist. Die Szenen, in denen sie leidet und völlig erniedrigt wird, spielt sie von großer Intensität. Die anderen Darsteller sind nur Beiwerk und bedarfen keiner weiteren Beachtung meinerseits. Die Kameraführung war grundsätzlich auf einem guten Niveau und hinterlässt besonders am Anfang des Films einen bleibenden Eindruck, wenn mit Weitwinkel gearbeitet wird und man Lineth von Ort zu Ort laufen sieht. Die Musik ist teilweise sehr schräg, wenn in manchen Momenten schrille Töne eingebaut werden. Da dieser Film sehr dialoglastig ist, bleibt es nicht aus, dass sich ein paar Längen einschleichen. Das wird aber mit der interessanten Story wieder wett gemacht, da man Stück für Stück immer mehr erfährt, was Lineth alles zugestoßen ist und wie sie die schlimme Bootsfahrt überstanden hat. Kurze Erholpausen für den Zuschauer gibt es dann, wenn in der Kabine Freundschaft mit einer älteren Dame geschlossen wird und wieder Hoffnung für die gepeinigte junge Frau aufkommt.

Insgesamt ist dieses "Rape and Revenge"-Drama zu empfehlen (natürlich nur im O-Ton), was mit einer sehr guten Hauptdarstellerin, unerträgliche Gewalt und einem überraschenden Ende daherkommt, welches zwar reinhaut, aber nicht zu 100% verständlich ist. Ein paar explizite und lange Erotikszenen gibt es auch, welche aber nicht besonders inszeniert wurden. Die FSK 18-Freigabe ist aber trotzdem gerechtfertigt. Am Ende komme ich auf eine Wertung von 6 Punkten.

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