In den düsteren Abgründen des Internets trifft Bernadette auf das charismatische Influencer-Pärchen Kitty und Peter. Gemeinsam wollen sie die Studentin Lotte umbringen – in einem Livestream, der das Netz in Aufruhr versetzen soll. Doch Bernadette hat sich das Ganze etwas anders vorgestellt. Eine schwarzhumorige Satire über das Internet und das absurde Bedürfnis unserer Zeit, wirklich alles online teilen zu müssen.
...so zumindest der Pressetext.
Und der liegt gar nicht mal komplett daneben. Besonders der Anfang ist durchaus originell inszeniert und sorgt trotz des eigentlich makabren Themas hier und da sogar für ein Schmunzeln.
Im weiteren Verlauf wird dem Film allerdings zum Verhängnis, dass er sich nicht entscheiden kann: Horror oder Satire. Gegen Ende driftet das Ganze dann eher in Richtung „Bernadette geht mir einfach nur noch auf den Sack“, denn da wird es teilweise wirklich ziemlich dämlich.
Zwischendurch bekommt man vermeintliche Einblicke ins Darknet serviert, die stellenweise recht brutal ausfallen. Allerdings nimmt man das nicht allzu ernst, da der Film ja klar als Satire angelegt ist. Entsprechend bleibt er auch ungeschnitten – vor 20 Jahren wäre das so vermutlich nicht durchgegangen.
Auf der Habenseite steht immerhin eine durchaus gelungene Abrechnung mit der Internetkultur und der Tatsache, dass sich das Leben vieler Menschen inzwischen mehr in sozialen Medien als in der Realität abspielt.
Obwohl ich eigentlich ein Freund deutschsprachiger Filme bin, wirkt die Sprache hier etwas befremdlich und nimmt dem Ganzen ein Stück weit die Wirkung. Auch die Darsteller werden mit der Zeit eher anstrengend.
Fazit: Nichts Halbes und nichts Ganzes. Da wäre deutlich mehr drin gewesen, aber hätte, hätte Rubinette - so bleibt die durchaus lobenswerte Kritik im Ansatz stecken.