Review

„Heldin“ aka Boiling Point (2021) meets Corona-Applaus.

Der Film stilisiert den Pflegeberuf zur Bühne für stille Helden. Statt Komplexität zeigt er Klischees: Eine Art moderne Mutter Teresa im Pflegekittel durchlebt eine stressgeplagte Schicht, findet aber immer wieder Zeit für empathische Gesten, aufmunternde Worte und kleine Wunder der Menschlichkeit. Diese Heldin darf nur deshalb strahlen, weil die Welt um sie herum auf Karikaturen reduziert wird.

Die Patienten sind entweder still leidende Heilige oder überzeichnete Störenfriede, die dazu dienen, die Tugend der Hauptfigur hervorzuheben. So schablonenhaft die Figuren geschrieben sind, so hölzern tragen die Darsteller ihre Dialoge auch vor. Die Konflikte lösen sich dann auch mit dem Schichtende in Wohlgefallen auf, sodass der Zuschauer mit dem Happy End verabschiedet wird.

Funktioniert immerhin als Komödie, wenn man bereit ist, die Überzeichnung und das Pathos ironisch zu lesen.

Abseits der inhaltlichen Plattitüden muss aber ein dickes Kompliment an Musik, Kamera/Schnitt und Hauptdarstellerin ausgesprochen werden. Unterhaltsam ist das Filmchen also allemal.

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